Jason Freeman (re.) erforscht die Taten seines Opas, des Serienmörders Charles Manson, und damit seine eigene Geschichte – ab Donnerstag auf Crime + Investigation.

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Charles Manson vor seiner Anhörung im Jahr 1969. Er wurde wegen siebenfachen Mordes in einem Fall wegen Verabredung zum Mord zum Tode verurteilt.

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Los Angeles, Kalifornien, 9. August 1969: Charles Manson sendet vier Mitglieder seiner berüchtigten Manson Family zum Morden in ein Haus am Cielo Drive. Die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate, die das Haus mit ihrem Mann, dem Regisseur Roman Polanski, gemietet hat, und vier ihrer Freunde sterben in dieser Nacht durch Schüsse und Messerstiche. Mit dem Blut von Sharon Tate wurde das Wort „PIG“ an die Haustüre geschrieben.

Für die Tate-Morde und weitere Gräueltaten wird Charles Manson wegen siebenfachen Mordes zum Tode verurteilt. Er fantasierte zuvor von einem Rassenkrieg, den er anzetteln und aus dem er als neuer Herrscher hervorgehen wollte. Willige Vollstrecker seiner Ideologie versammelte er in der Sekte Manson Family.

Lebenslang statt Todesstrafe

Vollstreckt wurde die Todesstrafe bei Manson allerdings nicht, da sie in Kalifornien im Jahr 1972 abgeschafft worden war. Manson verbüßte eine lebenslange Haftstrafe, bis er 2017 im Alter von 83 Jahren im Gefängnis verstarb.

Der Psychopath mit dem Hakenkreuz auf der Stirn hat einen Enkelsohn: Jason Freeman. Er ist 50 Jahre nach der Mordserie der Protagonist der neuen Doku-Serie Charles Manson – Das dunkle Vermächtnis, die an den Donnerstagen 21. und 28. November jeweils ab 22.25 Uhr in Doppelfolgen auf dem Bezahlsender Crime+Investigation zu sehen ist.

„Auf der einen Seite ist er Teil der Familie, auf der anderen Seite hasse ich ihn“, sagt Freeman über seinen Opa, den Serienkiller. Und dennoch: Er muss mit seiner Familiengeschichte klarkommen: „Das ist ein langer Weg.“

Dass ihm dieser Weg alles andere als leichtfällt, ist offensichtlich. Freeman wurde für seine Spurensuche über einen Zeitraum von 16 Monaten mit der Kamera begleitet. Das Resultat sind vier einstündige Episoden. Zu sehen sind neben Interviews mit Zeitzeugen der Manson-Morde und Gesprächen mit Freemans Familienmitgliedern auch viele Originalaufnahmen von Manson und seiner Gefolgschaft.

Suizid des Vaters

Jason Freeman erfuhr bereits als Junge, dass er der Enkelsohn von Charles Manson ist. Die intensive Aufarbeitung seines schweren Erbes begann, als sein Vater im Jahr 1993 Suizid beging. Sie hatten keinen Kontakt gehabt. Freeman wuchs bei seiner Mutter und seinem Stiefvater auf.

In Telefonaten, die zu hören sind, tauschte sich Freeman später regelmäßig mit seinem Großvater aus. Zu einem Treffen kam es allerdings nie. Kurz vor dem geplanten Besuch im Gefängnis erlag Manson seiner Krebserkrankung. Erstmals zu Gesicht bekommt Freeman ihn erst bei der Beerdigung. Was bleibt, sind viele Fragen. (Oliver Mark, 20.11.2019)