Übt Kritik US-Präsident Trump und seinen Angriffen auf Journalisten: "New York Times"-Chefredakteur Dean Baquet.

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London/Washington – Der Chefredakteur der Tageszeitung "New York Times" wirft US-Präsident Donald Trump vor, mit seiner Rhetorik zu Gewalt gegen Journalisten anzustacheln. "Ich denke, mit persönlichen Angriffen auf Journalisten, wenn er sie beschimpft, bringt er sie in Lebensgefahr", sagte Dean Baquet dem "Guardian" in einem Interview, das am Montag veröffentlicht wurde.

Reporter als "unamerikanisch" oder als "Volksfeinde" zu bezeichnen, sei ein "widerwärtiger Angriff auf die Presse", so Baquet. Die "New York Times" wurde in den vergangenen Jahren zum Feindbild für die Unterstützer des Präsidenten. Das Blatt profitierte aber auch durch gestiegene Abonnentenzahlen.

Trotz kritischer Berichterstattung über Trump will Baquet nicht so weit gehen, über die Absichten des US-Präsidenten zu urteilen. Beispielsweise weigert er sich, ihn als Rassisten oder Sexisten zu verurteilen, obwohl er Aussagen Trumps als "spaltend" bezeichnet. Besser sei es, einfach zu berichten, was Trump sage oder mache, so Baquet. Die Leser könnten sich ihr eigenes Urteil bilden. (APA/dpa, 19.11.2019)