Wer die Karriereleiter hinaufklettern will, für den ist ein Master in Business Administration (MBA) fast schon ein Must-have. In den angloamerikanischen Ländern hat diese Ausbildung eine lange Tradition, österreichische Hochschulen mischen erst seit mehr als zwanzig Jahren am internationalen Weiterbildungsmarkt mit. Wie viele MBA-Programme es weltweit gibt, lässt sich nur schätzen. Laut Bildungsministerium gibt es allein an den öffentlichen Universitäten in Österreich 74 verschiedene Studienprogramme, die mit einem MBA abschließen.

Internationale Rankings sollen helfen, bei diesem unüberschaubaren Angebot die richtige Ausbildung zu finden. Die Rankings des Economist und der Financial Times (FT) zählen hier zu den bekanntesten. Österreichische Anbieter sind auf beiden kaum zu finden. Zwar konnten sich einige Programme in den einzelnen Rankings verbessern, dominiert wird dieser Markt aber nach wie vor von den angloamerikanischen Universitäten, allen voran der Stanford Graduate School of Business und der Harvard Business School. Die Schweizer Universität St. Gallen ist die erste deutschsprachige Hochschule im FT-Ranking der besten MBA-Programme 2019, sie liegt auf Platz 69. Österreichische Anbieter sind unter den Top 100 nicht zu finden. Auch beim Ranking des Economist sucht man einen österreichischen Anbieter vergeblich.

Unterschiedliche Rankings

An die 20 unterschiedliche Kriterien bewertet dafür die FT. Neben der Beurteilung der Absolventen zählen dazu auch die internationale Bekanntheit der Hochschule sowie wissenschaftliche Publikationen in Fachmagazinen. Berücksichtigt werden auch die Verdienstmöglichkeiten der Absolventen. Im Laufe eines Jahres werden sieben Rankings von der FT veröffentlicht: neben den allgemeinen Vollzeit-MBA-Programmen auch solche für Executive MBAs, Master in Finance sowie Master in Management Programme sowie Online MBAs und Executive-Ausbildungen ohne akademischen Grad. Darüber hinaus gibt es auch ein Ranking der europäischen Business-Schools. Bei den Executive MBAs konnte sich die WU Executive Academy 2018 im Vergleich zu 2017 um 13 Plätze verbessern und landete auf Platz 45. Im Economist-Ranking findet sich auch hier keine österreichische Business-School.

MBA erfreuen sich in der Wirtschaft nach wie vor großer Beliebtheit
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Mit Platz 41 ist die WU auch im Ranking der europäischen Business-Schools die am besten platzierte österreichische Hochschule. Platz eins ging an die London Business School. Auch beim Master-in-Management-Ranking konnte die Wirtschaftsuni Wien (WU) im europäischen Vergleich mit ihrem Studienangebot punkten. Erstmals schaffte dieses Programm eine Top-Ten-Platzierung. Damit ist die WU die zweitbeste Universität im deutschsprachigen Raum. Angeführt wird dieses Ranking von der Universität St. Gallen.

Im Vergleich zu den am besten bewerteten Universitäten sind in Österreich dafür die Kosten überschaubar. Sie liegen zwischen 18.000 Euro und 33.000 Euro für das gesamte MBA-Studium. An der Harvard Business School kostet das Studium beispielsweise rund 145.000 US-Dollar (rund 130.000 Euro).

Wenige Studienplätze

Eine Investition, die sich laut der Plattform Poets & Quants aber lohnt. Sie errechnet jährlich das zu erwartenden Gehalt mit einem MBA. So bekamen Absolventen der Harvard Business School durchschnittlich rund 160.000 US-Dollar (rund 144.000 Euro) Einstiegsgehalt im Jahr. Wer schon vor dem Studium viel verdient hat, kann auch nach Abschluss mit hohen Gehältern rechnen. Laut Poets & Quants liegt das höchste Gehalt eines Harvard-Absolventen bei 300.000 US-Dollar (rund 270.000 Euro) Jahresgage. Die Harvard Business School gehört aber auch zu den begehrtesten Ausbildungsstätten. Nur zehn Prozent der Bewerber werden aufgenommen. Noch schwieriger ist es, einen Studienplatz an der Stanford Graduate School of Business zu bekommen. Die Aufnahmequote liegt bei sechs Prozent.

Für den heimischen Markt vergleicht das Industriemagazin die MBA-Programme. Der Schwerpunkt des Rankings liegt auf Executive-Programmen, abgefragt werden der Bekanntheitsgrad der Ausbildung unter Geschäftsführern und Personalverantwortlichen in österreichischen Unternehmen sowie die Empfehlungswahrscheinlichkeit. Seit sechs Jahren wird dieses Ranking von der Donau-Universität Krems angeführt, Platz zwei belegt die WU Executive Academy vor dem MCI Management Center Innsbruck. (21.11.2019)