Die Angst vor HIV hat abgenommen, dadurch wird weniger auf Safer Sex gesetzt.

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Ein gemeinsames Essen, ein netter Spaziergang und dann die Frage, ob man nicht noch auf ein Gläschen mit nach Hause kommen möchte. Bei dem Gläschen bleibt es nicht, man verbringt auch noch die Nacht miteinander. An Kondome hat leider niemand gedacht, aber beide haben sich vor Monaten schon einmal testen lassen. Außerdem nimmt sie die Pille – also was kann schon passieren?

So einiges. Denn die Zahl der sexuell übertragbaren Krankheiten ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Sich auf etwaige Tests zu verlassen, die – wenn überhaupt – vor Monaten oder gar Jahren gemacht wurde, ist nicht unbedingt ratsam, stellen diese klarerweise doch immer nur eine Momentaufnahme dar. Userin "Butterfly007" kennt diese Geschichten:

Chlamydien, Gonorrhö & Co

Zwar ist die Zahl der HIV-Infektionen über die letzten Jahre gesunken, die anderer Geschlechtskrankheiten nahm aber zu. Wechselnde Geschlechtspartnerinnen und -partner sowie Sex ohne Kondome zählen zu den Risikofaktoren, die die Gefahr, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren, begünstigen. In den vergangenen Jahren verzeichneten Mediziner und Medizinerinnen beispielsweise einen Anstieg an Syphilisinfektionen. Die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung sind Chlamydien, die oft jahrelang unentdeckt bleiben und zu Unfruchtbarkeit führen können. Auch Gonorrhö, Hepatitis oder HPV können unschöne Folgen ungeschützten Geschlechtsverkehrs sein.

All diese Krankheiten könnten nämlich durch die Verwendung von Kondomen in Schach gehalten werden. Gegen HPV kann man sich sogar impfen lassen. Ein möglicher Grund für den Anstieg der Infektionen könnte sein, dass die Angst vor HIV abgenommen hat und dadurch weniger auf Safer Sex gesetzt wird. Auch die weitgehende Tabuisierung und unzureichende Aufklärung könnten zum Anstieg sexuell übertragbarer Krankheiten führen.

Über Geschlechtskrankheiten zu sprechen könnte also ein Weg aus der Tabuisierung sein. Als Positivbeispiel kann hier der Kampf gegen Aids herangezogen werden, der in den vergangenen Jahrzehnten große Öffentlichkeit erfahren hat. Auch der jährlich am 1. Dezember stattfindende Welt-Aids-Tag macht auf die Krankheit aufmerksam.

Wie gehen Sie mit dem Tabuthema Geschlechtskrankheiten um?

Was könnte Ihrer Meinung nach zur Enttabuisierung beitragen? Sprechen Sie mit Ihren Sexualpartnern und -partnerinnen über mögliche sexuelle Krankheiten? Und klären Sie Ihre Kinder über diverse Krankheiten auf? (mawa, 1.12.2019)