US-Soldaten vor einem Werbeschild der YPJ-Miliz, Qatania, 31. Oktober 2019.

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US-Vizepräsident Mike Pence bei seinem Überraschungsbesuch im Irak.

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Manama – Das US-Militär wird nach eigenen Angaben in Kürze seinen Kampf gegen die radikalislamische IS-Miliz im Osten Syriens fortsetzen. Rund 500 US-Soldaten würden in den kommenden Tagen und Wochen in der Region eingesetzt, teilte der Chef des US Central Command, General Kenneth McKenzie, am Samstag in Bahrain am Rande der dortigen Sicherheitskonferenz "Manama-Dialog" mit.

Der "Islamische Staat" (IS) hat inzwischen fast vollständig die Herrschaft über das von ihm einst kontrollierte Gebiet in Syrien sowie im Nachbarland Irak verloren. Vergangenen Monat töteten US-Soldaten zudem den IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi. Dennoch stellen die verbliebenen IS-Kämpfer weiterhin eine Gefahr dar.

Derzeit seien rund 500 US-Soldaten in einem Gebiet östlich des Euphrats zwischen Deir ez-Zor und Hasakah stationiert, sagte McKenzie. Das US-Militär beabsichtige, dort zu bleiben und mit den verbündeten Syrischen Demokratischen Streitkräften (SDF) im Kampf gegen den IS zusammenzuarbeiten. Im Tal des Euphrats hielten sich noch immer IS-Kämpfer auf, sagte McKenzie.

Trump verkündete Abzug

US-Vizepräsident Mike Pence sicherte am Samstag bei einem Überraschungsbesuch im Irak den Kurden Unterstützung zu. Pence besuchte US-Soldaten und traf mit dem Präsidenten der halbautonomen Kurdenregion, Nechirvan Barzani, zusammen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor für Irritationen gesorgt, als er den Abzug von US-Truppen aus Nordsyrien anordnete und damit den Weg freimachte für die türkische Offensive gegen die syrische Kurdenmiliz YPG, die eine wichtige Rolle im Kampf gegen den IS spielt.

Vor dem Thanksgiving-Fest in den USA am kommenden Donnerstag besuchten Pence und seine Ehefrau Karen Pence zudem US-Soldaten auf der irakisch-amerikanischen Luftwaffenbasis Al-Assad im Westen des Landes. Zum Truppenbesuch schrieb Pence auf Twitter, er sei stolz auf die Soldaten. Auf einem von Pence verbreiteten Foto war zu sehen, wie er und seine Ehefrau das klassische Thanksgiving-Essen aus Truthahn und Süßkartoffeln servierten. Auf einem weiteren Bild hält Pence vor einer Predator-Drohne eine Ansprache an die Soldaten.

Das Nato-Mitglied Türkei hatte Anfang Oktober eine Offensive gegen die YPG im Nordosten Syriens begonnen, die die stärkste Kraft innerhalb des Rebellenbündnisses SDF ist. Die Führung in Ankara betrachtet die YPG als Terrororganisation mit Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei. Die türkische Regierung befürchtet ein Erstarken der Kurden jenseits ihrer Südgrenze, aber auch auf eigenem Territorium. (APA, Reuters, 23.11.2019)