Henrik Kristoffersen mit einem fulminanten zweiten Lauf von vier auf eins.

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Das Stockerl in Levi: Noel, Kristoffersen und Yule (v.li.)

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Christian Hirschbühl war am Sonntag bester Österreicher.

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Levi – Henrik Kristoffersen hat sich am Sonntag bei dichtem Schneetreiben in Levi eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Norweger gewann den Slalom in Finnland mit einem fulminanten Finaldurchgang in 1:48,55 Minuten, nachdem er beim Auftakt-Riesentorlauf in Sölden als 18. noch enttäuscht hatte. Auf Rang zwei landete der Franzose Clement Noel (+0,09), der nach Lauf eins noch geführt hatte, in der Entscheidung aber einen Patzer verzeichnete. Dritter wurde der Schweizer Daniel Yule (0,18) unmittelbar vor seinem Landsmann Ramon Zenhäusern (0,27). Die ÖSV-Athleten vermochten nach dem Karriereende von Marcel Hirscher nicht wirklich aufzuzeigen.

Hirschbühl von fünf auf sieben

Als bester Österreicher reihte sich Christian Hirschbühl (0,74) als Siebenter ein. Erstmals seit Levi 2017 stand damit in einem Herren-Slalom kein Österreicher auf dem Podest. Michael Matt (1,0) kam über Platz elf nicht hinaus, Manuel Feller (1,21) musste sich mit Rang 15 begnügen. Mit Marc Digruber (1,46) als Zwanzigstem und Marco Schwarz (1,82) als 25. kamen noch zwei weitere ÖSV-Läufer in die Wertung. Schwarz feierte sein Comeback nach einem im Frühjahr in Bansko erlittenen Kreuzbandriss, zeigte eine ansprechende Leistung, verzeichnete aber in beiden Läufen Fehler.

Pech hatte der Brite David Ryding, der als Halbzeitzweiter im Finale am Innenski ausrutschte und ausfiel. Während Kristoffersen von Platz vier ganz nach vorne stürmte und den Rückstand von 68 Hundertstel auf den Franzosen wettmachte, büßte Hirschbühl noch zwei Plätze ein. "Es ist noch Luft nach oben", sagte der 29-jährige Vorarlberger, der in der Vorbereitung an einer Knochenprellung im Knie laborierte und bislang noch keinen Podestplatz im Weltcup erreicht hat. "Vor dem Rennen hätte ich Rang sieben genommen. Im Nachhinein bin ich jetzt schon enttäuscht." Feller ortete eine "teilweise Verkrampfung" durch die neue Situation ohne den Dominator aus Salzburg. "Aber das soll keine Entschuldigung sein. Wir können nur weiter hart weiterarbeiten."

19. Weltcupsieg für Kristoffersen

Kristoffersen feierte erstmals seit Kitzbühel 2018 wieder einen Slalomsieg, es war sein 16. im Torlauf bei insgesamt 19 im Weltcup. Vergangene Saison stand er im Slalom kein einziges Mal ganz oben, gewann aber die Riesentorläufe in Bansko und Kranjska Gora. "Ich freue mich, das Skifahren im Slalom ist viel besser. Es war am Limit, im Steilhang habe ich das Rennen gewonnen, ich bin zufrieden", resümierte der 25-jährige Norweger, der neben Alexis Pinturault der Favorit auf den Gewinn des Gesamtweltcups ist. Der Franzose kam nach seinem Erfolg zum Auftakt in Sölden diesmal nicht in die Punkteränge, konnte sich als 36. nicht einmal für die Entscheidung qualifizieren. Daher übernahm Kristoffersen die Gesamtführung, stellte aber selbstkritisch fest: "Ich muss noch viel arbeiten." (Thomas Hirner, 24.11.2019)

Herren-Weltcup-Slalom am Sonntag in Levi:

1. Henrik Kristoffersen (NOR) 1:48,55
2. Clement Noel (FRA) +00,09
3. Daniel Yule (SUI) +00,18
4. Ramon Zenhäusern (SUI) +00,27
5. Andre Myhrer (SWE) +00,34
6. Kristoffer Jakobsen (SWE) +00,53
7. Christian Hirschbühl (AUT) +00,74
8. Linus Straßer (GER) +00,89
9. Sebastian Foss-Solevaag (NOR) +00,92
10. Manfred Mölgg (ITA) +00,98
11. Michael Matt (AUT) +01,00
12. Alex Vinatzer (ITA) +01,11
13. Sandro Simonet (SUI) +01,12
14. Istok Rodes (CRO) +01,17
15. Manuel Feller (AUT) +01,21
16. Filip Zubcic (CRO) +01,23
17. Loic Meillard (SUI) +01,34
. Luca Aerni (SUI) +01,34
19. Elias Kolega (CRO) +01,35
20. Marc Digruber (AUT) +01,46
21. Zan Kranjec (SLO) +01,56
22. Tanguy Nef (SUI) +01,69
23. Stefan Hadalin (SLO) +01,72
24. Pawel Trichischew (RUS) +01,75
25. Marco Schwarz (AUT) +01,82
26. Trevor Philp (CAN) +02,04
27. Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR) +02,09
28. Armand Marchant (BEL) +02,13

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Jonathan Nordbotten (NOR), Erik Read (CAN), Julien Lizeroux (FRA), Stefano Gross (ITA)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Johannes Strolz (AUT), David Ryding (GBR)

2. Durchgang:

1. Kristoffer Jakobsen (SWE) 52,70 Sek.
2. Linus Straßer (GER) +0,14
3. Filip Zubcic (CRO) +0,28
4. Loic Meillard (SUI) +0,39
5. Luca Aerni (SUI) +0,49
6. Daniel Yule (SUI) +0,54
7. Henrik Kristoffersen (NOR) +0,62
8. Andre Myhrer (SWE) +0,64
9. Sebastian Foss-Solevaag (NOR) +0,68
10. Manuel Feller (AUT) +0,79
11. Sandro Simonet (SUI) +0,83
. Tanguy Nef (SUI) +0,83
13. Pawel Trichischew (RUS) +0,85
14. Alex Vinatzer (ITA) +0,88
15. Ramon Zenhäusern (SUI) +0,91
Weiter:
16. Michael Matt (AUT) +0,94
21. Marc Digruber (AUT) +1,17
23. Christian Hirschbühl (AUT) +1,26
26. Marco Schwarz (AUT) +1,39

1. Durchgang:

1. Clement Noel (FRA) 54,55 Sek.
2. David Ryding (GBR) +0,39
3. Ramon Zenhäusern (SUI) +0,66
4. Henrik Kristoffersen (NOR) +0,68
5. Christian Hirschbühl (AUT) +0,78
6. Manfred Mölgg (ITA) +0,91
7. Daniel Yule (SUI) +0,94
8. Andre Myhrer (SWE) +1,00
9. Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR) +1,16
10. Elias Kolega (CRO) +1,33
11. Michael Matt (AUT) +1,36
12. Istok Rodes (CRO) +1,44
13. Alex Vinatzer (ITA) +1,53
14. Sebastian Foss-Solevaag +1,54 (NOR)
15. Sandro Simonet (SUI) +1,59
. Marc Digruber (AUT) +1,59
17. Manuel Feller (AUT) +1,72
18. Marco Schwarz (AUT) +1,73

19. Zan Kranjec (SLO) +1,74
20. Johannes Strolz (AUT) +1,80

U.a. nicht für den 2. Durchgang qualifiziert:

36. Alexis Pinturault (FRA) +2,48
38. Dominik Raschner (AUT) +2,60
52. Mathias Graf (AUT) +3,49

Weltcup-Gesamtwertung (nach 2 Rennen):

1. Henrik Kristoffersen (NOR) 113
2. Alexis Pinturault (FRA) 100
3. Mathieu Faivre (FRA) 80
. Clement Noel (FRA) 80
5. Zan Kranjec (SLO) 70
6. Daniel Yule (SUI) 60
7. Tommy Ford (USA) 50
. Ramon Zenhäusern (SUI) 50
9. Ted Ligety (USA) 45
. Andre Myhrer (SWE) 45
11. Lucas Braathen (NOR) 40
. Kristoffer Jakobsen (SWE) 40
13. Manuel Feller (AUT) 38
14. Manfred Mölgg (ITA) 37
15. Christian Hirschbühl (AUT) 36
. Erik Read (CAN) 36