Die Berliner Datenschutzbehörde sieht sich "Zonar" näher an.

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Die interne Bewertungsapp "Zonar" sorgt weiter für Aufregung beim Online-Modehändler Zalando. Während das Unternehmen in der Software, in der sich Mitarbeiter gegenseitig Punkte geben, einen Beitrag zu einer "offenen Feedbackkultur" und Transparenz sieht, beurteilen Gewerkschaftsvertreter es als Maßnahme, die zur Überwachung beiträgt und auch Gehaltsdruck auf die Angestellten ausübt. Zonar spielt jedenfalls eine Rolle, wenn es um die beruflichen Chancen von den rund 2000 Mitarbeitern am Berliner Firmensitz geht, wo das Tool seit 2017 im Einsatz ist.

Eine Studie der als gewerkschaftsnahe geltenden Hans-Böckler-Stiftung kommen rechtliche Bedenken an dem Programm auf. Aus der Politik gab es ebenfalls schon kritische Stimmen. Und nun schaltet sich auch die Berliner Datenschutzbehörde ein.

Zahlreiche Bedenken

Diese wird auch Angaben aus der Böckler-Studie prüfen müssen. In dieser heißt es unter anderem, dass Zalando seine Mitarbeiter im Mai 2018, als die DSGVO in Kraft getreten ist, gar nicht über die Verarbeitung ihrer Daten für Zonar informiert hätte. Bemängelt wird auch fehlende Nachvollziehbarkeit hinsichtlich der Umrechnung der Eingaben der Teilnehmer in Resultate. In Frage steht auch, ob die Betroffenen überhaupt jemals zur Datenverarbeitung zugestimmt haben, fasst Netzpolitik.org zusammen.

Zalando selbst sieht sein Programm als DSGVO-konform an. Sollten die Datenschützer allerdings zu einer anderen Einschätzung kommen, könnte es teuer für das Unternehmen werden. (red, 25.11.2019)