Iman, das letzte Sumatra-Nashorn in Malaysias, ist gestorben.

Foto: AP/Sabah Deputy Chief Ministers Office

Berlin – Das letzte Sumatra-Nashorn in Malaysias ist tot. Das Weibchen "Iman" ist am Samstag auf der Insel Borneo eines natürlichen Todes gestorben, teilte die Naturschutzorganisation WWF am Sonntagabend mit. Damit existiert diese Spezies in dem südostasiatischen Land nicht mehr. Hoffnung gibt es allerdings noch in Indonesien: Dort streifen nach WWF-Schätzungen noch knapp 80 Tiere dieser Nashornart durch die Regenwälder.

Palmölplantagen und obskure Medizin

Der Lebensraum der Tiere schwand immens, weil der Wald für Palmölplantagen, Papierproduktion und Bergbau in den vergangenen Jahrzehnten gerodet wurde. Zudem wurden zahlreiche Tiere Opfer von Wilderern. Pulverisiertes Horn gilt in vielen asiatischen Ländern als Medizin. Die Weltnaturschutzunion IUCN listet das Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis) als vom Aussterben bedroht auf.

Als einzige Nashornart besitzt das Tier eine mehr oder weniger dichte Behaarung. Ursprünglich war es von Assam in Nordostindien über Indochina bis auf die Malaiische Halbinsel und die Großen Sundainseln verbreitet. Erst im Mai war das letzte männliche Sumatra-Nashorn von Malaysia, ein etwa 35 Jahre altes Tier namens "Tam", gestorben.

Projekt zur Erhaltung

Die Umweltstiftung WWF baut nun auf die Sumatra-Nashorn Allianz, in der sie unter anderem mit der indonesischen Regierung und der IUCN zusammenarbeitet. Es sollen unter anderem neue Zuchtstationen in Indonesien entstehen. Ziel sei es, möglichst viele, isoliert lebende und fortpflanzungsfähige Tiere aufzuspüren und sie in diese Schutzzentren umzusiedeln.

"Die Fortpflanzung der Nashörner ist kompliziert. Ihre Fortpflanzungsrate ist sehr niedrig und viele der noch lebenden Tiere sind aufgrund ihrer langjährigen Isolation wahrscheinlich unfruchtbar" erklärte WWF-Leiter Artenschutz Arnulf Köhncke. Daher seien Zuchtprogramme nötig. Später sollten gesunde Bestände in die Wildnis entlassen werden. (red, APA, 25.11.2019)