Beim mobilen Shopping kommt es nicht zuletzt auf die Geschwindigkeit an.

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Geschwindigkeit ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer Webseite. Viele User verlieren bereits bei kurzen Ladeverzögerungen das Interesse. Besonders wichtig sei dieses Thema bei Seiten, die versuchen mit ihren Diensten Geld zu verdienen, betonte Google am Dienstag im Rahmen eines Pressegesprächs. So zeige sich, dass die "Conversion Rate" – also die Anzahl an Besuchern, die anschließend einen Kauf tätigen –, schon bei einer Verlängerung der Ladezeit einer Seite von eine auf drei Sekunden um 50 Prozent zurückgehe. Die Wiederkehrrate sinke anschließend gar um 62 Prozent, betont Stefanie Reif, Industry Manager und Mobile Specialist bei Google Austria.

Analyse

Google bietet Webseitenbetreibern dabei eigene Tools an, mit denen sie die Performance ihrer Seite überprüfen können, und wo sie auch gleich Optimierungsvorschläge erhalten. Lighthouse nennt sich dabei das derzeit favorisierte Werkzeug, das sowohl über die Chrome Developer Tools als auch eine eigene Webseite erhältlich. Und genau dieses hat man nun genutzt, um ein Speed Ranking in Österreich viel genutzter Handels- und Reiseseiten zu erstellen – und zumindest in einem Bereich gibt es dabei durchaus interessante Ergebnisse.

Reiseseiten

So setzt sich beim Ranking der Reiseseiten die Restplatzbörse an die Spitze, die auf einen hervorragenden Wert von 89 kommt. Dahinter folgen Hotels.com (84) und die Deutsche Bahn (67). Die ÖBB bringt es immer noch auf 60 Punkte. Überraschend ist hingegen wie schlecht manche Branchengröße abschneidet: Airbnb kommt etwa gerade einmal auf 29 Punkte, für Tripadvisor gibt es gar nur 17. All diese Werte wurden als Durchschnitt mehrerer Tests über verschiedene Tage hinweg ermittelt.

Generell betrachtet Google alle Werte über 75 als gut. Irgendwo zwischen 30 und 35 Punkten wird es dann langsam problematisch, was die Geduld der Nutzer anbelangt. Hart an dieser Grenze schrammt auch die Webseite der Drogeriekette Bipa mit 36 Punkten. Ansonsten wird das Ranking der Online-Shops vom Marktführer dominiert: Mit 86 Punkten steht hier also Amazon an der Spitze, bereits mit einigem Abstand folgen dann obi.at (69) sowie otto.de (68). Ebenfalls interessant: Auch die Seite von Apple hat mit 51 noch einigen Optimierungsbedarf.

Tourradar

Um zu belegen, wie viel Unterschied Optimierungen an der eigenen Webseite bringen, hat Google auch eine Fallstudie parat. Tourradar, der aus Österreich stammende Marktplatz für mehrtägige Rundreisen, betont, wie viel Wert man im Vorjahr auf Optimierungen an der eigenen Webseite gelegt hat – und zwar sowohl in Fragen Speed als auch Usability. Damit konnte man die mobilen Conversion Rates um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern.

Nicht zuletzt konnte man mit den Performanceoptimierungen auch das eigene Google-Ranking verbessern. Dabei habe man sich eine Fülle von Themen gewidmet, von der Optimierung der ersten Kontaktaufnahme mit dem Server bis zur Verkleinerung von Javascript- und CSS-Dateien. In Summe komme man damit nun auf einen Wert von 92 bei Lighthouse. Eine AMP-Seite bietet Tourradar übrigens nicht an, die eigene Seite sei auch so flott genug für einen prominenten Platz in der Google-Suche. (Andreas Proschofsky, 26.11.2019)