DER STANDARD

Vor dem Wiener Club Grelle Forelle steht eine lange Schlange wartender Menschen. Manche davon sind für die Kälte eher leicht bekleidet. Es ist Samstagabend, und alle hier Anwesenden wollen zur Sex-positive-Party. Es ist bereits die siebte dieser Art mit dem Namen "Zusammen Kommen". Im Lokal herrscht striktes Foto- und Filmverbot, die Kameralinsen der Smartphones werden sicherheitshalber abgeklebt. Für die Videoreportage erklären die Veranstalterinnen den Zweck des Abends – und die Gäste, was sie sich erwarten und was sie hier schon erlebt haben.

"Sex-Positivity voll zu leben bedeutet, alles zu können, aber nichts zu müssen"
Foto: Maria von Usslar

Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, ist ein "Awareness-Team" bei der Party dabei. Dieses kümmert sich um das Wohlbefinden der Besucherinnen und Besucher. Worauf dabei Rücksicht genommen wird, wird in Workshops geschult. Hier wird klar, dass es bei den Treffen sehr stark um Konsens, sexuelle Freiheit, Toleranz und Akzeptanz geht. Es soll ein "safe space" erzeugt werden, vor allem für Frauen. Wer schon draußen grölt, dass es ihm nur um die eigene Befriedigung geht, wird nicht hineingelassen. "Sex-Positivity voll zu leben bedeutet, alles zu können, aber nichts zu müssen", fasst es eine Besucherin zusammen. (Maria von Usslar, Andreas Müller, 27.11.2019)