Allein Barcelona-Star Messi emittiert durch seine Flugreisen 20,9 Tonnen CO2.

Foto: Reuters/Albert Gea

Spitzenfußballer wie Lionel Messi und Roberto Firmino sind als Vielflieger beim Klimaschutz einer Studie zufolge keine Vorbilder für die Fridays-for-Future-Jugend. Der CO2-Fußabdruck der 20 Top-Kicker, die dieses Jahr für die Auszeichnung Ballon d'Or nominiert wurden, fällt nach Berechnungen des Forschers Andrew Welfle von der Universität Manchester gewaltig aus. Auf ihren Flugreisen rund um den Globus sind sie demnach dieses Jahr mitverantwortlich für den Ausstoß von 505 Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid.

Für das meiste CO2 sind nichteuropäische Spieler verantwortlich, die für Länderspiele weit gereist sind. Der Brasilianer Marquinhos liegt mit einer Reisestrecke von 110.787 Kilometern an der Spitze, danach folgen Roberto Firmino (ebenfalls Brasilien, 97.907 Kilometer) und der Südkoreaner Son Heung-min (88.289 Kilometer).

Verbände sollten Maßnahmen setzen

Allein Marquinhos, der für Paris Saint-Germain und die brasilianische Nationalmannschaft spielt, verursachte 53,5 Tonnen CO2. Der Ballon-d'Or-Anwärter Lionel Messi aus Barcelona und Virgil Van Dijk aus Liverpool waren für 20,9 beziehungsweise 16,5 Tonnen verantwortlich. Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, müsste der CO2-Ausstoß unter zwei Tonnen pro Kopf und Jahr liegen.

Welfle sieht die internationale Fußballszene mit vielen über die Kontinente verteilten Spielen und häufigen Flugreisen von Kadern und Führungsstäben als geradezu prädestiniert für einen "hohen Kohlendioxid-Fußabdruck" an. Durch solche Studien werde ein Schlaglicht auf die Entwicklung geworfen. Der Weltverband Fifa, aber auch Ligen wie die britische Premier League und einzelne Klubs könnten sich dadurch angespornt fühlen, Wiedergutmachung zu leisten.

Zu tun gibt es jedenfalls viel. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland verursachte laut Fifa etwa 2,1 Millionen Tonnen CO2, fast zwei Drittel davon stammen aus dem Verkehr. Zum Vergleich: Alle Autos auf Österreichs Straßen emittieren jedes Jahr zwölf Millionen Tonnen CO2. (Reuters, red, 28.11.2019)