Im Irak gibt es seit zwei Monaten Massenproteste gegen die politische Führung. Sicherheitskräfte schießen Berichten zufolge mit scharfer Munition auf Demonstranten. Diese feuerten unter anderem Feuerwerke zurück.

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Bei mehreren Anschlägen in Bagdad sind am Dienstag mindestens sechs Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen und von Ärzten ereigneten sich die Explosionen in verschiedenen Teilen der irakischen Hauptstadt nahezu gleichzeitig. Wer hinter den Anschlägen steckte, blieb zunächst unklar.

Zwei der Attacken wurden durch mit Sprengladungen versehene Motorräder verübt, eine weitere mit einer am Straßenrand abgelegten Bombe, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Sicherheitskreisen erfuhr.

350 Menschen bei Protesten getötet

Die Angriffe erfolgten inmitten schwerer politischer Unruhen im Irak. In Bagdad und im Süden des Landes gibt es seit zwei Monaten Massenproteste gegen die politische Führung, die für staatliche Misswirtschaft und Probleme in der Infrastruktur und Energieversorgung verantwortlich gemacht wird. Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden bisher etwa 350 Menschen getötet, viele weitere wurden verletzt.

Im Irak gibt es häufig Bombenangriffe, die von verschiedenen islamistischen Milizen verübt werden. Ende 2017 verkündete die irakische Regierung nach dreijährigen erbitterten Kämpfen den Sieg über die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), trotzdem gibt es in dem Land regelmäßig IS-Anschläge. (APA, Reuters, 26.11.2019)