Der Datenschutz lässt bei vielen Internetkonzernen zu Wünschen übrig.

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Laut einer vom deutschen Justizministerium in Auftrag gegebene Studie erfüllen bekannte Online-Plattformen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGV) nur unzureichend. "Nicht ansatzweise alle Dienste haben die DSGVO umgesetzt, und dies schon gar nicht vollständig", sagte Justizstaatssekretär Gerd Billen der Zeitung "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe). Vor allem bei sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten gebe es laut der Studie der Universität Göttingen "weiter eklatante Mängel".

Twitter bis Zalando

Untersucht wurden 35 marktrelevante Online-Dienste, darunter Anbieter von sozialen Medien wie Facebook oder Twitter, Online-Shops wie Zalando, Buchungsportale wie Booking.com und Online-Präsenzen von Unternehmen wie Deutsche Bank, berichtet das "Handelsblatt". Geprüft wurde, inwieweit über die Verwendung von Daten für die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen oder über den Einsatz von Trackingtechnologien informiert werde und wie der Umgang mit sensiblen Daten erfolge. Gerade dort zeigten sich die "gravierendsten Mängel", heißt es laut dem Blatt in der Studie. "Nachlässig ist oft der Umgang mit den Daten, die eigentlich besonders zu schützen sind: sensible Informationen zur Herkunft, zur Gesundheit oder zu politischen Ansichten", sagte Staatssekretär Billen der Zeitung.

Insgesamt fielen laut dem Bericht 19 der 35 untersuchten Dienste im Umgang mit sensiblen Daten durch, darunter Snapchat ("unzureichend"), Facebook ("stark defizitär"), Instagram ("völlig unbefriedigend") sowie Google ("völlig unzureichend"). Bei Facebook etwa werde bemängelt, dass die Information zur Verarbeitung sensibler Daten "vage" bliebe. Twitter komme den Anforderungen für die Verarbeitung sensibler Daten "in keiner Weise" nach, berichtet das "Handelsblatt".

Otto und Zalando positiv aufgefallen

"Lediglich zwei Dienste informieren überhaupt über die Verarbeitung sensibler Daten", heißt es laut dem Blatt in der Untersuchung. Beispielsweise seien die Datenschutzhinweise auf der Webseite der Deutschen Bank "transparent und präzise gestaltet", heißt es in der Untersuchung. "Insbesondere die Informationen zu einzelnen Trackern, dem Profiling und der Einbindung von Social Media Plugins sind ausführlich und gut verständlich." Positiv aufgefallen seien auch die Online-Shops von Otto ("insgesamt sehr positiv") und Zalando ("vorbildlich").

Auch in den USA sehen sich die großen Internetkonzerne mit Datenschutzvorwürfen konfrontiert: Facebook steht mit anderen großen Technologie-Unternehmen wie Google, Amazon und möglicherweise Apple im Fokus von 47 US-Bundesstaaten. Einer der Hauptvorwürfe: Missbrauch von Verbraucherdaten. (Reuters/APA, 28.11.2019)