Eine Kampagne fordert den Stop bewaffneter Roboter.

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Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) unterstützt den Kampf um das Verbot sogenannter "Killerroboter". Laut Kathpress äußerte sich Berichten von "Vatican News" zufolge der Exekutivausschuss des Rates bei seiner Tagung in Bogis-Bossey in der Schweiz "zutiefst besorgt über die ethischen, moralischen und rechtlichen Auswirkungen der Entwicklung und des Einsatzes autonomer tödlicher Waffensysteme".

Kampagne

Alle Mitgliederkirchen rief der Weltkirchenrat zur Unterstützung der Kampagne "Stop Killer Robots" auf, der sich bisher 114 NGOs in 58 Ländern angeschlossen haben, darunter aber nur wenige konfessionelle Organisationen. Dem Weltkirchenrat gehören heute rund 350 evangelische, anglikanische und orthodoxe Kirchen an. Er vertritt damit mehr als eine halbe Milliarde Christen auf der ganzen Welt. Anders als etwa im lokalen "Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich" (ÖRKÖ), wo die katholische Kirche seit 1994 als Vollmitglied vertreten ist, ist der Heilige Stuhl kein Mitglied des Weltkirchenrats, hält aber enge Kontakte zu ihm.

Frankreich und Großbritannien investieren derzeit in den Ausbau von autonomen und anonymen Waffensystemen, die in der Lage sind, mit Künstlicher Intelligenz Ziele zu identifizieren, auszuwählen und anzugreifen. Wie die Kampagne "Killerroboter stoppen" auf ihrer Website kritisiert, treiben auch in Deutschland Unternehmen die technologische Entwicklung solcher automatisierter Waffen voran, die kein menschliches Eingreifen erfordern.

Schon jetzt setzt sich der Heilige Stuhl für ein internationales Abkommen ein, das die Herstellung und Verwendung solcher Waffen verbietet, wiewohl sich die UNO darauf bisher nicht einigen konnte.

Keine menschliche Kontrolle mehr

Wenn sich bewaffnete Roboter zu völliger Autonomie entwickeln, entscheiden solche Waffen über Leben und Tod von Menschen, warnte der ÖRK. Jede menschliche Kontrolle in Echtzeit würde dabei beseitigt, ebenso wie die direkte rechtliche, ethische und moralische Verantwortung für diesen Entscheidungsprozess. Künstliche Intelligenz könnte, so die Befürchtung, Angehörige bestimmter ethnischer Gruppen einem stärkeren Risiko aussetzen, von autonomen Waffen ins Visier genommen zu werden. (APA, 28.11.2019)