Aktuelle QLED-Bildschirme nutzen die Quantum Dots noch nicht als Hauptanzeigeinstrument.

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Dem Elektronikriesen Samsung ist ein Durchbruch bei der Entwicklung seiner Bildschirmtechnologien gelungen. Forschern des Konzerns ist es gelungen, die Lebensdauer von lichtabgebenden Dioden (LEDs) dramatisch zu verlängern.

Sie haben ihre Erkenntnisse aus dem Entwicklungsprojekt im Journal "Nature" veröffentlicht. Dank verschiedener Verbesserungen sollen die Dioden Berechnungen und Tests zufolge künftig eine Betriebsdauer von einer Million Stunden überleben. Umgerechnet sind das rund 114 Jahre.

Mehr Schutz für den Kern

Die Grundlage dafür bietet eine Überarbeitung des strukturellen Aufbaus. Dieser besteht aus Indiumphosphid, das umweltschonend gewonnen werden kann. Um den "Kern" der Diode – üblicherweise ein Halbleiterkristall in einer Reflektorwanne – wird eine symmetrische dicke Schicht erzeugt. Das Ligand an der Außenseite wurde verkürzt, um die elektrische Leitfähigkeit zu verbessern.

Der neue Aufbau soll den Energieverlust und die Oxidation des Kerns verringern und dadurch die Lebenszeit der "Quantum Dot"-Diode deutlich anheben.

Samsung investiert elf Milliarden Dollar

Bis diese Technologie Anwendung in Fernsehern, Monitoren und anderen Produkten findet, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Denn Indium ist im Vergleich zum gängigerweise verwendeten Cadmium eine schlechtere Lichtquelle. Samsung verkauft zwar schon QLED-Fernseher (Quantum Dot LED), bei denen die QLEDs aber noch nicht zur Bilddarstellung selbst, sondern nur als Teil des Backlightsystems eines LC-Bildschirms verwendet werden.

Samsung steckt bis 2025 elf Milliarden Dollar in die QD-Forschung. 2021 sollen erste Geräte produziert werden, die OLED-Bildschirme mitbringen und ebenfalls QLEDs als Zusatzsystem verwenden. Ob die neuartigen Dioden OLEDs oder LCDs ersetzen können, bleibt noch abzuwarten. (red, 28.11.2019)