Stefan Lainer als erster Gratulant bei Torschütze Lars Stindl.

Foto: REUTERS/Leonhard Foeger

Wolfsberg Michael Novak am Boden.

Foto: APA/AFP/JOE KLAMAR

Graz – Der WAC hat am Donnerstag die letzte Chance auf ein Weiterkommen in der Europa League verspielt. Die Wolfsberger verloren in Graz gegen Borussia Mönchengladbach durch ein Tor von Lars Stindl (60.) 0:1 und stehen in Gruppe J schon vor dem letzten Match am 12. Dezember bei AS Roma als Tabellenletzter fest.

Die Wolfsberger starteten vor 12.073 Fans – etwa 5.000 davon waren im Lager des deutschen Bundesliga-Spitzenreiters – ambitioniert und fanden durch Shon Weissman die erste Gelegenheit vor. Der Halbvolley des Israelis in der dritten Minute flog über die Querlatte.

Steigerung beim WAC

In den darauffolgenden Phase schien Mönchengladbach die Kontrolle über die Partie zu erlangen, auch wenn mit Ausnahme eines Fehlschusses von Alassane Plea (10.) keine nennenswerte Offensivaktion gelang. Der WAC kämpfte sich jedoch mit seinem starken Pressing zurück ins Match und stellte dabei vor allem die neuformierte Gäste-Innenverteidigung mit Tobias Strobl und Ramy Bensebaini immer wieder vor Probleme.

Ein Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte leitete auch die beste Chance der Hausherren vor der Pause ein. Nach einer Flanke des starken Romano Schmid misslang der Volley von Anderson Niangbo, der folgende Kopfball des Ivorers wurde von Strobl vor der Linie geklärt (30.). Sieben Minuten später parierte Gladbach-Goalie Yann Sommer einen Schmid-Weitschuss.

Der WAC nahm den Schwung auch in die zweite Hälfte mit. Bereits wenige Sekunden nach Wiederanpfiff hatten die Deutschen Glück, als der niederländische Referee Serdar Gözübüyük nach einem Zweikampf zwischen Schmid und Strobl keinen Elfmeter pfiff. In der 50. Minute war Sommer bei einem Schmid-Kopfball auf dem Posten, fünf Minuten danach zischte ein Weitschuss von Weissman über die Latte.

Luft draußen

Das Goldtor gelang allerdings den Mönchengladbachern, und das mit ihrem zu diesem Zeitpunkt ersten wirklich gelungenen Angriff. Oscar Wendt wurde auf der linken Seite freigespielt, seine optimale Hereingabe verwertete Stindl souverän (60.). In der 66. Minute gab es beinahe eine Kopie des Treffers, Plea schoss jedoch daneben.

In dieser Phase war beim WAC bereits die Luft draußen. Der Schock des Gegentores war den Wolfsbergern deutlich anzumerken, mehr als ein von Sommer parierter Leitgeb-Kopfball (77.) schaute nicht mehr heraus. Dabei hatten die Kärntner davor eine ähnlich ansprechende Leistung wie beim 4:0 im September in Mönchengladbach gezeigt, nur mangelte es diesmal an Effizienz.

Auch deshalb ging eine bemerkenswerte Serie zu Ende. Vor dem Match in Graz hatten österreichische Klubs in den jüngsten sechs Europacup-Duellen mit deutschen Vertretern fünf Siege und ein Unentschieden geholt. (APA, 28.11.2019)

Europa League, Gruppe J, 5. Runde, Donnerstag

WAC – Borussia Mönchengladbach 0:1 (0:0)
Graz, Merkur-Arena, 12.073 Zuschauer, SR Gözübüyük (NED)

Tor: 0:1 (60.) Stindl

WAC: Kofler – Novak, Sollbauer, Gollner, Schmitz – Schmid (75. Wernitznig), Leitgeb, Liendl, Ritzmaier – Weissman, Niangbo (85. Schmerböck)

Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Strobl, Bensebaini, Wendt – Hofmann, Zakaria, Stindl (74. Embolo), Benes – Plea (77. Herrmann), Thuram (89. Raffael)

Gelbe Karte: Gollner