Bei der Berliner Kriminalpolizei hat man mit dem Update auf Windows 10 keine Freude.

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Betriebssysteme auf den aktuellen Stand zu bringen ist prinzipiell eine gute Sache. Doch zuvor sollte man sichergehen, dass alle Daten gesichert sind und Anwendungen mit dem neuen System noch funktionieren. Bei der Berliner Kriminalpolizei ist vergangenes Wochenende diesbezüglich quasi der Super-GAU passiert: Ein Mitarbeiter hat Computer aktualisiert und dabei Daten unwiederbringlich gelöscht.

Daten auf lokalen Festplatten gespeichert

Laut einem Bericht des "Tagesspiegel" aktualisierte ein IT-Mitarbeiter mehrere Computer bei der Direktion 2 von Windows 7 auf Windows 10 – ohne die Beamten direkt zuvor nochmals daran zu erinnern. Das Resultat: Notizen und Auswertungen zu Intensivtätern, Betrugsfällen und Raub wurden gelöscht. Die Daten waren auf den lokalen Festplatten der PCs gespeichert.

Nach Angaben der Polizei war das Update länger geplant. Es habe vor einiger Zeit eine allgemeine E-Mail dazu gegeben, Ende Oktober seien die Mitarbeiter auf die Datensicherung hingewiesen worden. Man habe den Beamten ein Tool zur Verfügung gestellt, die Verantwortung würde also bei ihnen liegen. Wichtige Daten dürften zudem ohnehin nicht auf den Festplatten gespeichert werden.

Ein konkretes Datum für die Umstellung habe es allerdings nicht gegeben. Die Beamten seien vor dem Wochenende nicht erneut darauf hingewiesen worden, wie es sonst üblich sei. Über die Zahl der Betroffenen gehen die Angaben auseinander – die Polizei spricht von 16 Computern, laut Direktion seien aber Hunderte Beamte betroffen. (red, 29.11.2019)