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Jürgen Klinsmann will die Hertha zu Punkten führen, "egal wie".

Foto: REUTERS/Hannibal Hanschke

Wien – Nach zehneinhalb Jahren Pause kehrt Jürgen Klinsmann in der deutschen Fußball-Bundesliga am Samstag auf die Trainerbank zurück. Der ehemalige Trainer der deutschen Nationalmannschaft und von Bayern München hat zu Wochenmitte bei Hertha BSC übernommen und will die auf Platz 15 abgestürzten Berliner vor dem Abstieg bewahren. Zum Comeback kommen die ebenfalls schwächelnden Dortmunder.

Für Klinsmann zählt nur der Erfolg. "Das Allerwichtigste hat die Mannschaft aufgenommen: Wir brauchen Punkte – egal wie", sagte der ehemalige Welt- und Europameister. Um den attraktivsten und aufregendsten Fußball gehe es nicht. Vier Niederlagen hintereinander sollen genug sein. "Bei allem Respekt gegenüber dem BVB, wir versuchen zu sagen, es liegt an uns", betonte Klinsmann. "Wie die Jungs im Training ran sind, hat Laune gemacht. Aber Spiel ist Spiel, da werden die Karten auf den Tisch gelegt", erklärte er.

Mit den aktuellen Problemen der Borussia, die nach nur zwei Siegen in acht Partien auf Rang sechs zurückgefallen ist, will sich Klinsmann nicht beschäftigen: "Der BVB geht uns gar nichts an." Natürlich lese er auch Zeitungen und fühle immer auch mit seinen Trainerkollegen, bemerkte der 55-Jährige: "Ich wünsche jedem Trainer Siege. Aber wenn zwei aufeinandertreffen, geht es eben nicht."

Schicksalsspiel

Für Dortmunds Coach Lucien Favre könnte es im ausverkauften Olympiastadion ein persönliches Finale werden. BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat dem in die Kritik geratenen Coach aber das Vertrauen ausgesprochen. "Wir haben Vertrauen zu Lucien, er arbeitet sehr hart, will die Trendwende schaffen. Wir glauben, dass wir das hinkriegen in dieser Konstellation. Wir bleiben in der Realität und begeben uns nicht in den Konjunktiv", antwortete Zorc auf die Frage, ob der 62-jährige Schweizer auch im Fall einer Niederlage noch im Amt bleibt.

Borussia Mönchengladbach verteidigt am Sonntag gegen den viertplatzierten SC Freiburg die Tabellenführung. Am Samstag können Titelverteidiger Bayern München oder RB Leipzig vorübergehende den Sprung an die Spitze schafften. Leipzig gastiert bei Schlusslicht Paderborn, die Bayern haben Bayer Leverkusen zu Gast.

Causa Gregoritsch erledigt

Für das Spiel beim Rekordmeister rechnet sich Bayer-Trainer Peter Bosz durchaus Chancen aus: "Wir wollen immer gewinnen, auch gegen Bayern. Ich glaube, dass das möglich ist." Wichtig dafür sei auch der Einsatz von Abwehrspieler Sven Bender, der in seiner Dortmunder Zeit vier Jahre lang mit dem heutigen Bayern-Torjäger Robert Lewandowski zusammenspielte. "Ich glaube, dass das ein Vorteil sein kann. Er kennt ihn sehr, sehr gut", sagte Bosz.

Der FC Augsburg gastiert mit Michael Gregoritsch beim Tabellenvorletzten 1. FC Köln. Trainer Martin Schmidt erklärte die "Causa Gregoritsch" für erledigt. Österreichs Teamspieler hatte mit einer Wechselforderung für Wirbel gesorgt und war eine Woche suspendiert. Er entschuldigte sich und kehrte am Mittwoch ins Training zurück. "Die Sache ist im Sinne des Teams ausgeräumt", sagte Schmidt. "Das Ziel ist, dass wir die Qualität von Michael im Kader haben wollen und auch auf dem Platz", ergänzte der Schweizer. (APA, 29.11.2019)