Eine Debatte rund um Weihnachtslieder erhitzt in der Schweiz die Gemüter (Symbolbild).

Foto: UK Parliament/Jessica Taylor/Handout

Eine Schweizer Schule streicht drei Lieder aus dem Programm ihrer Adventfeier – ""Fröhliche Weihnacht überall", "Go tell it on the mountain" und "S grööschte Gschänk". Der Grund: In den vergangenen Jahren habe es Beschwerden gegeben, auch, weil ein Großteil der Kinder nicht christlich sei. Zudem wolle man Rücksicht auf alle Kulturen nehmen. So hätte es in der Vergangenheit auch Beschwerden gegeben, sowohl von muslimischen wie auch nichtmuslimischen Eltern, wie das Schweizer Portal "20 Minuten" berichtet.

Ärger

Das sorgt nun für Aufregung: So ärgern sich vor allem Nutzer aus der Schweiz im Netz über die Entscheidung. Einige User verorten einen Zerfall westlicher Werte, andere sprechen von "Islamisierung". Eine Politikerin der Schweizer CVP findet, dass die Verbannung bedeute, die Schulleitung würde "die eigenen Wurzeln verachten".

Politische Aktion

Unterdessen nutzte die rechtspopulistischen SVP den Fall für politische Werbung, wie das "Tagblatt" berichtet. Mitglieder der Jugendorganisation JSVP stellten sich vor die Schule, um Kekse zu verteilen. Man habe "klassische Weihnachtsnaschereien" verschenkt, "mit der Botschaft, dass wir uns für unsere christliche Leitkultur nicht zu schämen haben und diese guten Mutes leben dürfen".

Verwunderung

"20 Minuten" zufolge reagieren Schweizer Muslime mit Überraschung: Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz, gab an, dass er es "sehr bedauerlich" findet, wenn "in einem christlichen Land keine christlichen Lieder mehr gesungen werden", hieß es. Es sei außerdem schon lange Brauch, dass Weihnachten gemeinsam mit Christen gefeiert werde. (red, 7.12.2019)