Die mit der Dürre verbundene Krise in Tourismus und Landwirtschaft in Südafrika hat das Land in eine Rezession gestürzt.
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Durch die vom Klimawandel verstärkten Wetterextreme sind laut der NGO Save the Children in diesem Jahr in Teilen Afrikas bereits mindestens 1.200 Menschen ums Leben gekommen. "Die Klimakrise tötet Menschen, sie zwingt Familien zur Flucht, und sie ruiniert die Chancen der Kinder auf eine Zukunft", betonte Regionaldirektor Ian Vale anlässlich der am Montag in Madrid beginnenden UN-Klimakonferenz.

Überschwemmungen, Erdrutsche, Dürren und Wirbelstürme hätten "maßgeblich diese lebensbedrohende Situation verursacht". Durch die Klimakrise habe sich auch die Ernährungslage für 33 Millionen Menschen im östlichen und südlichen Afrika dramatisch verschlechtert. Die Hälfte der Betroffenen seien Kinder.

Ein totes Lamm in der ausgetrockneten Steppe nahe Graaff-Reinet.
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Der Klimawandel festige Ungleichheit, Armut und Vertreibung. Auch das humanitäre System werde durch die häufiger und parallel auftretenden Notfälle bis zum Zusammenbruch belastet. Save the Children appellierte anlässlich der UN-Klimakonferenz an die Staats- und Regierungschefs, Maßnahmen zu verabschieden, die die Auswirkungen der Klimakrise im östlichen und südlichen Afrika verringern.

"Verluste und Schäden"

Die UN-Klimakonferenz geht ab Montag in ihre 25. Runde. Als wichtigste Aufgabe für die rund 200 Mitgliedsstaaten des Pariser Klimavertrags gilt die Fertigstellung eines Regelwerks zur Umsetzung des Klimaabkommens von Paris. Der Streit über Marktmechanismen könnte weiter gehen.

Überschwemmungen nach einem Zyklon in Mosambik.
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Zu Eröffnung reist auch der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen an. Ein weiterer Schwerpunkt für den Klimagipfel ist das Thema Loss and Damage (Verlust und Schaden). Hier geht es um Zahlungen der Industriestaaten als Entschädigung für bereits eingetretene Klimaschäden an die Entwicklungsländer.

Die Existenzgrundlage vieler Familien wird durch Extremwetterereignisse bedroht.
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UN-Generalsekretär António Guterres hatte am Sonntag vor dem Beginn des Uno-Klimagipfels in Madrid die schlimmsten Klimasünder der Erde zu stärkerem Einsatz aufgerufen. Ohne einzelne Länder zu nennen, betonte der 70-Jährige, die größten Treibhausgasemittenten zeigten bei weitem nicht genug Ehrgeiz, um eine Trendwende einzuleiten. "Wir kämpfen schon viel zu lange gegen unseren Planeten, und jetzt schlägt unser Planet zurück", betonte Guterres. Als Hauptklimasünder gelten China und die USA. Der Krieg gegen die Natur müsse endlich aufhören, so Guterres. (red, APA, 2.12.2019)