Das Rückspiel des Super Bowl XLVII zwischen den Baltimore Ravens und den San Francisco 49ers konnte die hohen Erwartungen voll erfüllen. In einer packenden Regenschlacht hatten die Ravens schlussendlich mit 20:17 das bessere Ende auf ihrer Seite. Es war ein Football-Leckerbissen der besonderen Art, konservatives Play-Calling suchte man hier vergebens. Beide Mannschaften gaben alles und vor allem ungern den Ball aus der eigenen Hand, insgesamt wurden gleich fünf vierte Versuche ausgespielt.

Lamar Jackson konnte auch gegen die sehr starke 49ers-Defensive für spektakuläre Plays sorgen und mit seinem vierten 100-Yard-Rushing-Spiel (101 Yards, ein TD) für einen neuen Rekord sorgen: Noch nie konnte ein Quarterback in einer Saison so viele Partien mit einem solchen Lauf-Raumgewinn absolvieren. Zudem warf er das Ei für 105 Yards (14/23) und einen Touchdown. Dennoch war er nicht fehlerfrei: Marcell Harris riss Jackson den Ball einmal aus der Hand, was den ersten Fumble des möglichen MVPs bedeutete.

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Die 49ers konnten das Laufspiel – abgesehen von Jackson – weitgehend aus dem Spiel nehmen, Mark Ingram (59 Yards bei 15 Versuchen ) und Gus Edwards (15 Yards bei sechs Versuchen) fanden sich meist schnell in den Armen von Verteidigern wieder. Vor allem in der zweiten Hälfte konnten beide Defensiv-Verbände überzeugen, insgesamt fielen nur sechs Punkte (je ein Field Goal). Schlussendlich konnte Jackson seine Mannschaft aber in den Schlussminuten noch einmal in die gegnerische Hälfte führen und Ravens-Kicker Justin Tucker das entscheidende Field Goal im strömenden Regen Marylands versenken.

San Franciscos Offensive wurde überraschenderweise von Runningback Raheem Mostert angeführt: 146 Yards und ein Touchdown standen für ihn zu Buche. Jimmy Garoppolo (165 Yards, 15/21) warf einen Touchdown auf Deebo Samuel, der Ravens-Cornerback Marcus Peters alt aussehen ließ. Letzterer machte auch bei Mosterts 40-Yard-TD-Run alles andere als eine gute Figur. Garoppolo wurde wie Jackson ebenfalls einmal das Ei aus den Händen gerissen, was einen Touchdown der Ravens zur Folge hatte. Zudem wurde ein Field Goal von Robbie Gould abgelenkt.

Es darf im Februar aus rein footballerischer Sicht gerne wieder zu dieser Paarung kommen.

Texans mit Ausrufezeichen

Wer gegen die New England Patriots gewinnt, steht im Fokus. Die Houston Texans konnten sich im Sunday Night Game gegen den aktuellen Super Bowl Champion mit 28:22 durchsetzen. Deshaun Watson machte das, was bisher nur wenigen in dieser Spielzeit gelang – er warf Touchdownpässe gegen die starke Defensive der Patriots. Gleich dreimal (234 Yards, 18/25) fand er einen passenden Abnehmer in der Endzone, einmal fing er nach einem Trickplay über DeAndre Hopkins selbst einen Ball zum Touchdown. Durch seine Fähigkeit den Druck frühzeitig zu spüren und ihm aus dem Weg gehen zu können, ist Watson derzeit eine der gefährlichsten Waffen der NFL. Mit Hopkins, Kenny Stills und Will Fuller stehen dem jungen Spielmacher gleich drei Deep-Targets zur Verfügung, die er gleichermaßen in die Offensive einbaut. Man sieht es nicht sehr häufig, schon gar nicht in dieser Spielzeit, aber die Defensive der Patriots kam ordentlich ins Wanken.

Auch defensiv wusste die Mannschaft von Bill O’Brien zu überzeugen. Bradley Roby kam auf eine Interception (sowie einen Sack und einen Tackle für Raumverlust), gleich acht Pässe von Altmeister Tom Brady (326 Yards, 24/47, drei TDs, eine INT) wurden zudem abgelenkt. Cornerback Vernon Hargreaves, der vor wenigen Wochen noch von den Tampa Bay Buccaneers vor die Tür gesetzt wurde, zeigte mit sechs Tackles und einer Deflection, warum er 2016 in der ersten Draft-Runde ausgewählt wurde. Brady stand unter ständigem Druck und wurde drei Mal zu Boden gerissen (Jake Martin mit 1.5 Sacks).

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Generell bleibt die Offensive der Patriots ein Problem. Julian Edelman (106 Yards) und Runningback James White (98 Yards) waren zwar die bekannten und wichtigsten Passfänger von Brady, wirklich auffällig wurden sie aber auch erst in den Schlussminuten des Spiels – Garbagetime-Stats, gut für all jene, die die genannten Spieler im Fantasy-Team haben. Brady tut sich mit den anderen Receivern schwer, entweder er trifft sie nicht, oder sie lassen die Bälle fallen. In diesem Jahr trägt die Defensive das Team aus Neu England.

Durch die Niederlage der Pats sind die Baltimore Ravens die neue Nummer eins in der AFC. Houston führt die AFC South an und hat einen Sieg Vorsprung auf die Tennessee Titans. Kommende Woche geht es für Brady und Co gegen die Kansas City Chiefs. Da kommt Freude auf!

Nick Foles und Jacksonville – ein Missverständnis?

Die 11:28 Niederlage der Jacksonville Jaguars gegen die Tampa Bay Buccaneers hinterlässt vor allem eine Frage: Wird das noch was mit Nick Foles in Florida? Der ehemaliga Super Bowl MVP kam in der Offseason von den Philadelphia Eagles zu den Jaguars und sollte Blake Bortles schnell vergessen machen. Der Ansporn für erfolgreiches Spiel sollte angesichts des hohen Vierjahresvertrags (88 Millionen, 50 davon garantiert) gegeben sein. Nachdem sich Foles im ersten Saisonspiel das Schlüsselbein gebrochen hat, musste der Veteran wochenlang zusehen. Seit Woche elf steht Foles wieder under Center – und es geht gar nichts. Gegen die Buccaneers wurde er nach einer katastrophalen Leistung (93 Yards, 7/14) mit drei Turnover (eine Interception, zwei Fumbles) und null Punkten auf die Bank gesetzt. Gardner Minshew übernahm und der Rookie konnte sein Team zu elf Punkten führen. Auch wenn Minshew (147 Yards, 16/27, ein TD) eine kritische Interception in der Redzone warf – mit ihm hatten die Jaguars plötzlich wieder Leben in der Offensive. Man darf gespannt sein, wie es mit der Quarterback-Situation bei den Jaguars weitergeht.

Tampa überzeugte vor allem auf defensiver Seite: Angeführt von Rookie Devin White, der in diesem Spiel sowohl eine Interception, einen Fumble aufnehmen und zu einem TD retournieren konnte, sowie Shaq Barrett (zwei Sacks), konnten die Bucs den Jaguars das Leben schwer machen. Offensiv sorgte Peyton Barber für zwei Touchdowns (44 Yards). Jameis Winston konnte diesmal keinen Touchdown werfen – aber auch keine Interception (268 Yards, 21/33). Dennoch sorgte er mit einem Fumble für seinen 25. Turnover der Saison und seinen, 101. in seiner NFL Karriere.

Redskins gewinnen weiteres Spiel

Die Washington Redskins konnten sich gegen die Carolina Panthers mit 29:21 durchsetzen und damit den zweiten Sieg in Folge feiern. Am Ende war es aber extrem knapp, die Panthers standen direkt vor der Endzone Washingtons, nur um am Ende wegen eines Fumbles von QB Kyle Allen (278 Yards, 27/46, zwei TDs, eine INT) das Spiel zu verlieren.

Carolina machte es aber richtig spannend. Viereinhalb Minuten vor Schluss lag man noch mit 14:29 zurück, nur um nach einem Rushing-TD von Allen noch einmal zu verkürzen. Der anschließende Onside-Kick konnte von den Panthers recovered werden und Allen konnte sein Team bis an die 1-Yard-Linie führen. Christian McCaffrey wurde dann aber zwei mal gestoppt, ein Passversuch fand keinen Abnehmer ehe Allen den Ball fumbelte. Eine bittere Niederlage nach einer frühen 14:0 Führung. McCaffrey lief für 44 Yards, fing sieben Bälle für weitere 58 Yards. D.J. Moore und Curtis Samuel sorgten für die beiden Receiving-Scores.

Auf Seiten der Redskins geht der Erfolg auf zwei Faktoren zurück: Das eigene starke Laufspiel sowie die allgemein starke Defensiv-Leistung: Gleich siebenmal konnten Redskins-Spieler Kyle Allen zu Boden reißen. Offensiv bildeten die beiden Runningbacks Derruis Guice (129 Yards, zwei TDs) sowie Adrian Peterson (99 Yards, ein TD) ein dynamisches Erfolgsduo. Dwayne Haskins (147 Yards, 13/25) blieb blass, konnte sich aber mit seiner Mannschaft über den dritten Saisonerfolg freuen.

Titans weiter in starker Form

Die Tennessee Titans konnten mit einem 31:17 Sieg über die Indianapolis Colts ihren dritten Sieg in Folge einfahren und damit auch einen direkten Divisionsgegner auf Abstand halten. Tennessee-Quarterback Ryan Tannehill machte dabei abermals ein fast fehlerfreies Spiel, warf für 182 Yards (17/22) und zwei Touchdowns. Neben ihm ist es aber vor allem Runningback Derrick Henry, der das Geschehen der Titans-Offensive bestimmt: Auch wenn der Abend für den ehemaligen Heisman-Trophy-Winner mit einem Fumble startete, konnte Henry mit insgesamt 149 Yards bei 26 Carries zurückschlagen und auch für einen Score sorgen. Es war das dritte Spiel in Folge mit einem Raumgewinn von über 100-Yards für den 25-Jährigen. Die Colts-Defensive konnte mit zunehmender Spieldauer nichts mehr gegen Henry machen und versuchten vergeblich ihn zu stoppen.

Neben den beiden Offensiv-Spielern stach auch das Special-Team der Titans hervor: Gleich zwei Field Goals wurden geblockt, einmal wurde der freie Ball von Tye Smith zu einem 63-Yard-Touchdwon retourniert. Ryan Succop traf alle Field Goals, Punter Brett Kern konnte mit starken Kicks tief in die Zone der Colts aufzeigen. Mit Logan Ryan und Kevin Byard kamen zwei Defensivspieler zudem zu Interceptions. Alles in allem ein verdienter Sieg der Titans.

Auf Seiten der Colts hatte Jacoby Brissett keinen guten Tag, die zwei angesprochenen Picks waren mehr als vermeidbar und gehen voll und ganz auf seine Kappe. 319 Yards (25/40) und ein Touchdown helfen am Ende auch nicht weiter. Andererseits: viele gesunde Offensivspieler hat er derzeit auch nicht zur Verfügung. Adam Vinatieris Zeit als Kicker dürfte sich langsam tatsächlich dem Ende zuneigen, der künftige Hall of Famer vergab drei von vier Field Goals. Indianapolis verlor vier der letzten fünf Spiele, Tennessee hingegen konnte vier der letzten fünf Partien für sich entscheiden. Noch ist in der Division nichts entschieden, das Momentum liegt derzeit aber sicherlich auf Seiten der Titans.

Saison für Browns wohl vorbei

Auch wenn sich die Cleveland Browns in den vergangenen Wochen wieder etwas fangen konnten, durch die 13:20 Niederlage bei den verhassten Pittsburgh Steelers dürfte die Spielzeit nach der Regular Season beendet sein. Dabei fing es gut an für Baker Mayfield und Co. Cleveland konnte rasch mit 10:0 in Führung gehen und hatte zunächst überhaupt keine Probleme mit der Offensive der Steelers. Die Defensive Pittsburghs hielt aber mit voller Wucht dagegen und konnte so einen größeren Rückstand verhindern. Devlin Hodges (212 Yards, 14/21, ein TD, eine INT), der den Vorzug gegenüber Mason Rudolph bekam, konnte die Anfangsnervosität ablegen und sein Team noch vor der Pause zum 10:10 Ausgleich führen. Mit dem ersten Drive der zweiten Hälfte übernahmen die Steelers durch einen Touchdown von Benny Snell erstmals die Führung. Nach einem weiteren Field Goal waren die Steelers plötzlich zehn Punkte in Front und die Browns wussten selbst nicht so recht, wie sie das Spiel so schnell aus der Hand geben konnten.

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In erster Linie konnte die Offensive der Browns auch nie wirklich in den Rhythmus finden. Baker Mayfield (196 Yards, 18/32, ein TD, eine INT) verletzte sich zudem noch in der ersten Hälfte an der Hand, nachdem er mit Bud Duprees Helm Bekanntschaft machte. Seine Interception im letzten Drive war symbolisch für die gesamte Saison: Der Ausgleich war theoretisch möglich, praktisch bekommt man es aber noch nicht auf die Reihe. Man sollte dem Franchise-Quarterback in der Offseason eine ordentliche O-Line zur Verfügung stellen, wenn man erfolgreich werden will. Die Steelers rissen Mayfield gleich fünf mal zu Boden, wobei Mayfield auch einmal das Ei verlor.

Den Steelers hingegen muss man ein Lob aussprechen. Ohne Ben Roethlisberger, James Conner und Juju Smith-Schuster, nur um die prominentesten Ausfälle zu nennen, konnte man einen wichtigen Sieg gegen einen Divisionsrivalen einfahren. Joe Haden konnte gegen sein Ex-Team mit der spielentscheidenden Interception für seinen Revanche-Moment sorgen. Damit stehen die Steelers bei sieben Siegen und fünf Niederlagen – und das ohne den eigentlichen Starting-QB. Eine beeindruckende Leistung!

Packers siegen im Schnee

Footballspiele im Schnee haben immer einen besonderen Charme: Bei der Partie zwischen den New York Giants und den Green Bay Packers musste die amerikanische Regie zwischenzeitlich ein Overlay für die Feldmarkierungen einblenden, das Spielfeld wurde von starkem Schnellfall bedeckt. Aaron Rodgers hatte mit den Bedingungen keinerlei Probleme und führte sein Team mit vier Touchdown-Pässen (243 Yards, 21/33) zum 31:13 Auswärtssieg. Allen Lazard nahm drei Bälle für 103 Yards und einen Touchdown in Empfang, Davante Adams kam auf 64 Yards an Raumgewinn und zwei TDs. Das Laufspiel wurde von den Giants gut gestoppt, Jamaal Williams war mit 41 Yards bester Läufer der Packers. Defensiv kamen gleich drei Spieler auf Interceptions, die damit das Spiel auch frühzeitig in trockene Tücher bringen konnten.

Daniel Jones (240 Yards, 20/37) warf einen Touchdown, aber auch drei Picks. Die Giants gingen oft auf’s Ganze, spielten viele vierte Versuche aus und konnten zumindest vor dem Seitenwechsel noch mithalten. Danach ging aber nicht mehr viel – auch wegen der Turnover. Runningback Saquon Barkley hat immer noch mit einer Knöchelverletzung zu kämpfen, er kam zwar auf 83-Yards, aber wirklich gut sah sein Spiel zum wiederholten Male nicht aus. Eine längere Pause täte ihm vermutlich nicht schlecht.

Bengals können’s doch

In den vergangenen Wochen waren sie knapp dran, jetzt hat es tatsächlich geklappt: Die Cincinnati Bengals konnten mit einem 22:6 Sieg über die New York Jets den ersten Saisonerfolg feiern. Andy Dalton stand wieder als Quarterback am Feld und warf für 243 Yards (22/37) und einen Touchdown-Pass auf Tyler Boyd. Für Dalton bedeutete dieser Pass den Franchise-Rekord für die meisten TDs (198). Ob er kommendes Jahr auch noch Spielmacher der Bengals bleibt, steht noch auf einem anderen Blatt (Joe Burrow würde sicherlich gerne in seinem Heimatstaat für Furore sorgen). Joe Mixon konnte einen Rushing-TD und 44-Rushing-Yards beisteuern. Defensiv war es ein sehr ordentliches Spiel, Carlos Dunlap kam auf drei Sacks, Sam Hubbard auf einen weiteren. Die Secondary konnte zudem die Passfänger der Jets weitgehend aus dem Spiel nehmen. Sam Darnold warf 239 Yards (28/48) blieb aber ohne Score. Mehr als zwei Field Goals von Sam Ficken schauten nicht heraus.

Die Jets zeigten nach dem eindrucksvollen Sieg.über Oakland eine katastrophale Leistung, die vor allem durch Strafen untermauert wurde (zehn Penalties für 106 Yards). Alles was halbwegs gut gewesen wäre – etwa ein langer Run von Le’Veon Bell – wurde wegen einer Strafe zurückgenommen. Head Coach Adam Gase konnte mit seiner Mannschaft zwar in den vergangenen Wochen das ein oder andere Spiel gewinnen, ob er der richtige Mann für das Team ist, darf aber zumindest hinterfragt werden. Jamal Adams – der größte Lichtblick der Jets – verletzte sich zudem.

Highlight in Miami

Brian Flores ist ein Zocker, ein Rookie-Coach der gerne auf’s Ganze geht. Beim 37:31 Sieg seiner Miami Dolphins über die Philadelphia Eagles überraschte er mit einem besonderen Play spät im zweiten Viertel: Flores ließ den vierten Versuch an der gegnerischen 1-Yard-Linie ausspielen – mit der Kicking-Einheit. Dolphins Punter Matt Haack nahm das Ei und konnte den Ball im richtigen Moment per Shovel-Pass zu seinem Kicker Jason Sanders abgeben – Touchdown-Pass der Extraklasse, ein Anwärter auf das Play der Saison!

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Das gesamte Spiel war ebenfalls nichts für schwache Nerven – Ryan Fitzpatrick (365 Yards, 27/39, drei TDs) warf gleich im ersten Play eine Interception. Carson Wentz (310 Yards, 28/47, drei TDs, eine INT) konnte seine Mannschaft mit einem Touchdown auf Miles Sanders rasch in Führung bringen. Diese Führung sollte bis ins dritte Viertel halten, ehe Miami das Momentum an sich riss. Die Dolphins sind eine eingeschworene Truppe, die nicht aufgeben. Vom absichtlichen Verlieren für einen besseren Draftpick hält man in Miami jedenfalls nichts. Mann des Abends war Receiver DeVante Parker der in bester Basketball-Manier Bälle und Touchdowns fing (159 Yards, zwei TDs). Die Probleme der Eagles auf der Cornerback-Position wurden jedenfalls wieder deutlich sichtbar.

Die Eagles ließen eine große Chance aus, die Dallas Cowboys im Rennen um die Division wieder unter Druck zu setzen. Wentz sah besser aus, was auch an der Rückkehr von Alshon Jeffery (137 Yards, ein TD) lag. Viel mehr Ausreißer dürfen sie sich jetzt aber nicht mehr leisten.

Chiefs demolieren Raiders

Im Vorfeld des Divisionsduells zwischen den Kansas City Chiefs und den Oakland Raiders wurde Spannung herbeigesehnt – vergeblich, es sollte eine einseitige Partie zu Gunsten der Chiefs werden. Patrick Mahomes (175 Yards, 15/29) warf einen Touchdown und konnte auch zu Fuß einen Score beim deutlichen 40:9 Sieg beisteuern. Gleich von Beginn weg dominierten die Chiefs, Tyrann Mathieu konnte einen Ball von Derek Carr abfangen. Die Defensive und insbesondere Chris Jones (Sack, Tackle for Loss, abgelenkter Pass) sowie Rookie Juan Thornhill (46-Yard-Pick-Six) hatten Spaß gegen desolate Raiders. Mit Rookie Darwin Thompson sowie LeSean McCoy kamen noch zwei Runningbacks je einmal zu Rushing-Scores. Die Chiefs spielten solide und vor allem extrem diszipliniert (kein einziger Penalty gegen das Team von Andy Reid).

Ganz im Gegensatz zu den Raiders, die auf zwölf Strafen und einen Raumverlust von 99 Yards kamen). Nach der Niederlage gegen die Jets vergangen Sonntag, war das Spiel gegen die Chiefs der nächste Dämpfer im Rennen um einen Wildcard-Spot. Außer Josh Jacobs (104 Yards) sah man nicht viel positives. Abgesehen vom Garbage-Time TD von Derek Carr.

Die Chiefs sind damit drauf und dran die Division zum vierten Mal in Folge für sich zu entscheiden. Oakland muss zittern, hat aber noch einige Chancen – wenn auch nicht die beste Position dafür.

Debüt des neuen Franchise-QBs?

Seit dem Rücktritt von Peyton Manning suchen die Denver Broncos verzweifelt einen neuen Spielmacher. Nachdem Joe Flacco derzeit verletzt ist (und generell wohl auch nicht die Antwort auf die QB-Frage darstellen dürfte) und Brandon Allen auch nicht zu überzeugen wusste, durfte Rookie Drew Lock gegen die Los Angeles Chargers starten. Lock wurde in der zweiten Runde gedrafted und fiel bisher mit einer Daumen-Verletzung aus. In seinem ersten NFL Spiel konnte er die Broncos zu einem 23:20 Sieg führen.

Wobei man den Credit den Chargers geben muss. Los Angeles kam 19 Sekunden vor dem Ende zum Ausgleich durch Kicker Mike Badgley. Als alles schon nach Overtime aussah, entschied sich Broncos-Head Coach Vick Fangio noch einmal tief passen zu lassen – und die Chargers in Form von Casey Hayward schenkten Denver eine Pass Interference. Brandon McManus konnte das 53-Yard-Field Goal verwandeln und damit den vierten Saisonsieg sichern.

Lock warf 134 Yards (18/28) und zwei Touchdowns auf Courtland Sutton (74 Yards) bei einer Interception. Seine Line hielt die Pass Rusher in Gestalt von Joey Bosa und Melvin Ingram von ihm fern, die Chargers kamen im gesamten Spiel auf keinen einzigen Sack.

Bei den Chargers gab Derwin James sein Comeback und fiel mit vier Tackles (einem für Raumverlust) auch gleich auf. Philip Rivers kam auf 265 Yards (20/29) und zwei Touchdowns und einer Interception. Mike Williams hatte mit 117 Yards den größten Raumgewinn und fing einen tiefen Ball beim kritischen fourth-down, um das ausgleichbringende Field Goal aufzulegen. Kennan Allen sowie Austin Ekeler konnten das Ei in die Endzone bringen. Beide Mannschaften stehen bei vier Siegen und acht Niederlagen – theoretisch gibt’s noch Chancen auf die Postseason, sehr wahrscheinlich ist dieses Szenario aber nicht.

Goff liefert wieder mal ab

Jared Goff stand in den vergangenen Wochen berechtigterweise in der Kritik. Der Spielmacher, der von den Los Angeles Rams stattlich mit über 30 Millionen Dollar pro Jahr bezahlt wird, konnte im gesamten November keinen einzigen Touchdown erzielen. Gegen die Arizona Cardinals lief es deutlich besser. Schon in der ersten Hälfte konnte er einen Raumgewinn von 323 Yards aufweisen und auch endlich wieder einen Touchdown werfen. Tyler Higbee nahm den Ball in Empfang (107 Yards insgesamt). Robert Woods konnte gleich 13 Bälle von Goff unter Kontrolle bringen und 172 Yards an Raumgewinn verzeichnen. Cooper Kupp fand ebenfalls einmal den Weg in die Endzone. Durch einen Rushing-Score von Todd Gurley (95 Yards, 19 Versuche) sowie einem Pick-Six von Taylor Rapp und zwei Field Goals von Greg Zuerlein, konnten die Rams die Cardinals mit 34:7 besiegen. Die Defensive der Rams spielte sich mit der Offensive-Line Arizonas, Kyler Murray wurde satte sechs mal zu Boden gerissen (Aaron Donald mit 1.5 Sacks).

Bei den Cardinals gab es offensiv nicht wirklich viel zu sehen. Die Einheit um Kyler Murray (163 Yards, 19/34) warf eine Interception, konnte aber mit einem Rushing-Touchdown aufzeigen. Es war wegen des angesprochenen starken Pass Rushs keine einfache Partie für den Rookie. Die Rams waren in allen Belangen überlegen. Die Playoff-Chancen leben zumindest noch, in einer Division mit den San Francisco 49ers und den Seattle Seahawks muss man jetzt aber tatsächlich jedes Spiel für sich entscheiden, wenn man im Januar noch mit dabei sein will. (Martin Senfter, 2.12.2019)