US-Unterhändler Zalmay Khalilzad soll nach Katar reisen, um die Gespräche mit den Taliban wiederaufzunehmen.

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Washington/Kabul – Die USA werden nach eigenen Angaben die unterbrochenen Verhandlungen mit den radikalislamischen Taliban bald wiederaufnehmen. Das US-Außenministerium erklärte am Mittwoch, US-Unterhändler Zalmay Khalilzad werde zu neuen Gesprächen mit den Taliban nach Katar reisen. Dabei solle es um "innerafghanische Verhandlungen" und eine "friedliche Beilegung des Krieges" in dem Land gehen.

Trump hatte Gespräche für tot erklärt

Hochrangige Vertreter der Taliban sprechen seit Juli vergangenen Jahres mit US-Unterhändlern über eine politische Lösung des nun schon fast 18 Jahre währenden Konflikts am Hindukusch. Dabei geht es vor allem um Truppenabzüge und Garantien der Taliban, dass Afghanistan nicht zu einem sicheren Hafen für Terroristen wird. Bereits im Juni 2019 hatten die USA Gespräche mit den Taliban aufgenommen, die Mitte August jedoch ohne Ergebnis wieder eingestellt wurden. Nun würden beide Seiten mit ihrer Führung über die weiteren Schritte beraten, hieß es.

Im September erklärte Präsident Trump die Friedensverhandlungen dann für tot. Als Begründung nannte er einen Taliban-Anschlag in Kabul, bei dem mindestens 16 Menschen getötet worden waren, darunter ein US-Soldat. Trump teilte zudem mit, dass die US-Streitkräfte ihre Angriffe gegen die Taliban in den vergangenen Tagen deutlich ausgeweitet hätten. Kurz nachdem Trump die Gespräche beendet hatte, schloss dann Außenminister Mike Pompeo deren Wiederaufnahme nicht aus. (APA, red, 4.12.2019)