Seit 2013 werden Flüchtlinge, die Australien mit Booten erreichen wollen, in Aufnahmelager in Nachbarstaaten wie Papua-Neuguinea und Nauru gebracht.

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Genf – Die Vereinten Nationen haben die Entscheidung Australiens scharf kritisiert, kranke Flüchtlinge aus ausgelagerten Internierungslagern nicht mehr ins Land zu lassen. Australien habe die Verantwortung für diese Menschen, betonte das UNO-Menschenrechtsbüro am Donnerstag in Genf.

Nach Informationen des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) sind etwa 1.500 Menschen in Papua-Neuguinea und Nauru betroffen. Viele litten unter Stress, Depressionen und anderen schweren Gesundheitsbeeinträchtigungen.

Australien verweigert die Aufnahme von Flüchtlinge, die per Boot nach Australien gelangen wollten. Das Land will damit irreguläre Immigration verhindern. Seit 2013 wurden die Menschen von abgefangenen Booten in Aufnahmelager in Nachbarstaaten wie Papua-Neuguinea und Nauru gebracht. Bisher wurden sehr kranke Menschen zur Behandlung nach Australien geflogen. Die konservative Regierung kippte jetzt die Gesetze, die das möglich machten.

Das UNHCR rief die Regierung Australiens auf, Angebote zur Umsiedlung dieser Menschen etwa von Neuseeland anzunehmen. Warum der Prozess der Umsiedelung nicht vorankommt, konnte das UNHCR nicht sagen. (APA/dpa, 6.12.2019)