Der Ton zwischen Washington und Pjöngjang hatte sich zuletzt wieder verschärft: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un mit Soldaten.

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Seoul – Angesichts fehlender Fortschritte bei den Gesprächen über das Atomwaffenprogramm Nordkoreas hat sich US-Präsident Donald Trump mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in beraten. Bei einem Telefonat am Samstag waren sich die beiden nach Angaben von Moons Büro einig, dass es nötig sei, den Dialog mit der kommunistischen Führung in Pjöngjang fortzusetzen.

Beide seien in ihrem 30-minütigen Gespräch zu dem Schluss gekommen, dass die Lage "ernst" sei, hieß es weiter. Das Telefonat kam demnach auf Bitten Trumps zustande. Mit Moon habe er ausführlich über Wege gesprochen, wie der Friedensprozess auf der koreanischen Halbinsel vorangebracht werden könne. Beide seien sich einig, "dass der Impuls zum Dialog erhalten werden sollte, um rasch Ergebnisse bei den Verhandlungen über eine Denuklearisierung" zu erzielen, hieß es. Mit Denuklearisierung ist die atomare Abrüstung Nordkoreas gemeint.

"Raketenmann"

Der Ton zwischen Washington und Pjöngjang hatte sich zuletzt wieder verschärft. Nordkoreas Erste Vizeaußenministerin Choe Son-hui kritisierte am Donnerstag Äußerungen Trumps, der zuvor in Anspielung auf den Atomstreit von der möglichen Anwendung militärischer Gewalt gesprochen und den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un abermals als "Raketenmann" bezeichnet hatte. Choe warnte vor einem neuen Krieg der Worte.

Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea sind seit ihrem gescheiterten Gipfel im Februar in Vietnam nicht mehr vorangekommen. Pjöngjang hatte einseitig eine Frist bis zum Jahresende gesetzt. Bis dahin solle Washington neue Vorschläge vorlegen. Es gibt in Südkorea die Befürchtung, Nordkorea könnte sein Moratorium für Atomversuche und Tests von Langstreckenraketen aufheben. (APA, dpa, 7.12.2019)