DER STANDARD

Angefangen hat es in Santiago de Chile, nun geht die Protestaktion um die gesamte Welt: Frauen protestieren mit einem Tanz gegen Vergewaltigung, Mord und Missbrauch. Auf sozialen Netzwerken werden Videos geteilt, das Frauen zeigt, die sich die Augen verbinden. Das soll symbolisch die Blindheit der Gesellschaft, aber auch der Justiz vor Verbrechen gegen Frauen darstellen.

Während der Performance singen die Frauen übersetzt, wie "Deutschlandfunk" berichtet, "Es war nicht meine Schuld, es lag nicht daran, wo ich war oder was ich trug", und erklären: "Der Vergewaltiger bist du". Der Staat trage dabei genauso eine Schuld.

Internationale Bewegung

Die Performance stammt von der chilenischen, feministischen Gruppe "Las Tesis" – und hat sich zu einer internationalen Bewegung entwickelt. Weltweit gehen Frauen in Städten wie London, Mexiko-Stadt, Lima, Berlin, Amsterdam und Paris auf die Straße, um patriarchalische Strukturen zu kritisieren.

Dass die Bewegung ihren Ursprung in Chile hat, hat gute Gründe, ist Gewalt gegen Frauen dort ein großes gesellschaftliches Problem: So würden laut der Vereinigten Nationen 14 der 25 Staaten mit der höchsten Mordrate an Frauen in Lateinamerika sein. Täglich sterben zwölf Frauen und Mädchen, weil sie weiblich sind. (red, 7.12.2019)