Mindestens fünf Menschen kamen bei dem Ausbruch ums Leben.

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Rettungskräfte im Einsatz.

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Der Vulkan Whakaari ist der aktivste Neuseelands.

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Von einem Boot wurde die Explosion fotografiert.

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Video vom Vulkanausbruch. Der Vulkan auf White Island befindet sich 50 Kilometer nördlich der Küste von Neuseeland.
DER STANDARD

Wellington – Nach dem Vulkanausbruch in Neuseeland mit mindestens fünf Todesopfern hat die Polizei am Dienstag Ermittlungen zum Hergang der Katastrophe eingeleitet. Dabei geht es auch um die Frage, ob Todesfälle und Verletzungen hätten vermieden werden können.

Zu Kritik an den Rettungsarbeiten sagte ein Polizeisprecher: "Wir glauben absolut, dass jeder, der am Montag von der Insel gebracht werden konnte, auch gerettet wurde." Mehrere der Verletzten werden in Kliniken behandelt, die speziell für Brandopfer eingerichtet sind.

Acht Menschen vermisst

Mindestens acht Menschen werden auf der Vulkaninsel White Island noch vermisst. Die Polizei geht davon aus, dass sie tot sind. Die Leichen auf der Insel sind laut Angaben der Exekutive mit Asche bedeckt. Laut Polizei befanden sich 24 Australier, neun Amerikaner, fünf Neuseeländer, vier Deutsche, zwei Chinesen, zwei Briten und ein Malaysier auf der Vulkaninsel. 31 Menschen liegen mit teils schweren Verbrennungen in Krankenhäusern. Mehr als 20 Verletzte sind in kritischem Zustand.

Unter den Todesopfern sind nach Medienberichten auch zwei ausgebildete Führer, die die Gruppe am Montag auf die Insel begleiteten. Der Vulkan von White Island – etwa 50 Kilometer von der Küste entfernt im Pazifik – ist Neuseelands aktivster Vulkan. Trotz verstärkter Aktivität war er auch in den vergangenen Wochen immer wieder Ziel von Ausflugsbooten. Pro Jahr wird die Insel von etwa 10.000 Menschen besucht.

Kein Lebenszeichen

Aus Sorge vor weiteren Eruptionen war es Polizei und Rettungskräften direkt nach dem Ausbruch nicht möglich, die Insel genauer abzusuchen. Sobald es möglich war, wurde die Suche nach Überlebenden begonnen. Mindestens sieben Hubschrauber und zusätzlich Flugzeuge waren im Einsatz. Die Suche lief den ganzen Abend. Nach mehreren Erkundungsflügen gab die Polizei kurz nach Mitternacht (12 Uhr MEZ) bekannt: "Auf Grundlage der vorliegenden Informationen glauben wir nicht, dass sich auf der Insel noch Überlebende befinden."

Verletzte wurden mit Fähren abtransportiert.
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Das Nachrichtenportal "Stuff" zeigte Fotos, die kurz vor dem Ausbruch entstanden sein sollen. Darauf sind mehrere Touristen in der Nähe des Kraters zu sehen. Mehr als ein halbes Dutzend Menschen hielt sich innerhalb des Kraterrands auf, als der White-Island-Vulkan überraschend ausbrach. Dann wurde das Bild dunkel.

"Der dramatische Vulkan"

White Island liegt etwa 50 Kilometer nördlich der Küste von Neuseelands Nordinsel. Selbst von dort war die riesige Aschewolke über der Insel zu sehen. Der Vulkan auf White Island wird von den Maori-Ureinwohnern Te Puia O Whakaari genannt – "der dramatische Vulkan". Die Insel ragt etwa 320 Meter in die Höhe. Der weitaus größte Teil des Vulkans ist unter Wasser. Er ist der aktivste Vulkan Neuseelands.

Die Insel wurde 1769 von dem britischen Seefahrer James Cook entdeckt, der ihr auch den Namen gab. Grund dafür war, dass White Island ständig in einer Wolke von weißem Dampf und Rauch erschien. Mehrere Unternehmen bieten heute Tagestouren für Touristen an. Die Insel wird pro Jahr von etwa 10.000 Ausflüglern besucht.

Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Auch Erdbeben sind dort keine Seltenheit. In der Stadt Christchurch kamen bei einem Beben im Februar 2011 mehr als 180 Menschen ums Leben. (red, APA, 9.12.2019)