Die Polizei war mit zahlreichen Beamten an Ort und Stelle.

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Einsatzkräfte vor dem Krankenhaus in Ostrava.

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Ostrava – Nach Schüssen in einem Krankenhaus in der tschechischen Stadt Ostrava hat es sechs Tote gegeben. Das bestätigte Ministerpräsident Andrej Babiš am Dienstag. Der mutmaßliche Schütze habe in einem Warteraum der Universitätsklinik das Feuer auf Patienten eröffnet und "aus nächster Nähe auf den Kopf oder Hals" gezielt.

Der Täter hat sich laut Polizeiinformationen auf der Flucht selbst erschossen. Er sei in einem Auto tot gefunden worden, hieß es. "Wir wissen nicht, was die Motive dieses Menschen waren", sagte Babiš. Er gehe davon aus, dass es die Tat eines möglicherweise psychisch kranken Einzeltäters gewesen sei und keine allgemeine Bedrohungslage vorliege. Nach Angaben der Klinik handelt es sich bei den Opfern um Patienten der Notaufnahme.

Tschechiens Innenminister Jan Hamáček hatte der Agentur ČTK zunächst nur bestätigt, dass es mehrere Tote gegeben habe. Die Polizei sei mit zahlreichen Beamten und einem Sondereinsatzkommando an Ort und Stelle, auch ein Hubschrauber sei im Einsatz. Hamáček und Regierungschef Babiš sagten alle Termine ab und machten sich auf den Weg nach Ostrava.

Die tschechische Polizei fahndete am Dienstagvormittag intensiv nach dem Täter.

Krankenhaus geschlossen

Augenzeugen berichteten, dass sie Schüsse aus dem Bereich der Notaufnahme gehört hätten. Mitarbeiter der Klinik wurden angewiesen, ihre Abteilungen nicht zu verlassen. "Wir sind alle nervös", sagte eine Ärztin zu ČTK. Das Krankenhaus war geschlossen, es wurden keine neuen Patienten aufgenommen. Auch das angrenzende Universitätsgelände wurde abgeriegelt.

Die Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien setzte einen Krisenstab ein. Ostrava ist mit rund 290.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Tschechiens und Verwaltungszentrum der mährisch-schlesischen Region. Die Stadt liegt an der Nordostgrenze Tschechiens, zehn Kilometer südwestlich von Polen und 50 Kilometer nordnordwestlich der Grenze zur Slowakei. (APA, dpa, 10.12.2019)