Noch ist nicht ganz klar, wie die Beteiligungsverhältnisse an den Casinos Austria nach dem Novomatic-Ausstieg aussehen werden.

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Wien/Gumpoldskirchen/Prag – Die tschechische Sazka-Gruppe kauft den Novomatic-Anteil an den Casinos Austria nicht über die Beteiligungsgesellschaft Medial, über die sie ihren restlichen Anteil hält, sondern direkt. Das gehe aus der Presseaussendung vom Dienstag hervor, hieß es am Donnerstag zur APA. In der Mitteilung heißt es, die Vereinbarung über den Verkauf sei von der Novomatic AG und der Sazka Group geschlossen worden.

Diese Detailfrage ist relevant, weil das wegen der Vorkaufsrechte der übrigen Casinos-Aktionäre Einfluss auf die zukünftigen Mehrheitsverhältnisse hat.

An der Medial Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H., die Sazka zu 99,7 Prozent gehört, ist auch die Casinos Austria AG selbst – mit 0,3 Prozent – beteiligt. Wie der "Trend" am Donnerstag berichtete, müssen laut Gesellschaftsvertrag der Medial wichtige Beschlüsse einstimmig gefasst werden, eigens angeführt sei unter Punkt IX. Z 2 "der Erwerb, die Veräußerung oder Belehnung von Beteiligungen jeder Art".

Vorkaufsrecht blockieren

Das heißt, das Casinos-Management könnte das Vorkaufsrecht der Medial blockieren. Laut einem Casinos-Sprecher hat man sich mit dieser Frage noch nicht beschäftigt. Allerdings würden in diesem Fall die von Medial nicht aufgegriffenen Anteile dann direkt bei Sazka landen, es ändere sich also nichts am Ergebnis, hieß es aus Sazka-Kreisen zur APA.

Aufgrund der Vorkaufsrechte dürfte erst in einigen Monaten feststehen, wie die künftige Aktionärsstruktur genau aussieht.

Sazkas zweiter Deal

Mit den Vorkaufsrechten könnten die ebenfalls beteiligte Staatsholding Öbag und die anderen, kleineren Aktionäre ihre Anteile aufstocken und so die Sazka-Mehrheit auf den ersten Blick verhindern. In Gefahr sieht Sazka ihre Mehrheit trotzdem nicht, weil es nebenbei noch einen zweiten Deal gibt. Es gibt, wie zu hören ist, eine entsprechende Vereinbarung zwischen Sazka und dem Bankhaus Schelhammer & Schattera. Die Tochterbank der Grazer Wechselseitigen (Grawe) hält noch 5,31 Prozent an den Casinos. Die Grawe-Bankengruppe wollte sich auf APA-Anfrage nicht dazu äußern.

Sazka hatte über ihre Came Holding bereits 2018 via Medial Anteile von Schelhammer & Schattera übernommen und damals auf die aktuellen 38,29 Prozent aufgestockt. (APA, 12.12.2019)