Dem Verteidigungsministerium zufolge hatten Hunderte jihadistische Kämpfer die Armeebasis nahe der Grenze zu Mali mit Mörsern und Granaten gestürmt.

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Niamey – Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Anschlag auf ein Militärlager im Niger vom Dienstag mit mehr als 70 Toten bekannt. Wie das auf die Überwachung extremistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen Site am Donnerstag berichtete, reklamierte der westafrikanische IS-Ableger Iswap den Anschlag auf den Stützpunkt Inates für sich.

Wegen der Attacke hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein für kommende Woche geplantes Gipfeltreffen der Sahel-Staaten abgesagt.

Unklare Anzahl der Toten

Laut Site gab Iswap die Zahl der durch den Anschlag getöteten nigrischen Soldaten mit mehr als hundert an. Das nigrische Verteidigungsministerium hatte zuvor den Tod von 71 Soldaten mitgeteilt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hatten Hunderte jihadistische Kämpfer die Armeebasis nahe der Grenze zu Mali mit Mörsern und Granaten gestürmt. Eine "beträchtliche Anzahl von Terroristen" wurde demnach "neutralisiert".

Es war die tödlichste Attacke seit dem Beginn islamistisch motivierter Gewalt in dem westafrikanischen Land 2015. Der Elysée-Palast teilte am Donnerstag mit, der geplante Sahel-Gipfel werde auf Jänner verschoben. (APA, 12.12.2019)