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Mit dem neuen Geländewagen von Tesla sorgte Elon Musk in vergangenen Tagen für Aufregung. Auf Twitter verkündigte Musk, der Cybertruck sei bereits über 200.000-mal vorbestellt worden. Der Zeitpunkt für einen Start im europäischen Markt steht noch nicht fest – nun zweifelt TÜV-Experte Stefan Teller an einer Zulassung für europäische Straßen.

So wie der E-Geländewage derzeit konzipiert ist, gibt ihm Stefan Teller, Experte der SGS-TÜV Saar GmBH, kaum eine Chance. Ihm nach müssten "starke Modifiktationen in der Grundstruktur" durchgeführt werden, bevor der Cybertruck in Europa zugelassen werden könne, das berichtet Automobilwoche und der Spiegel Online.

Teslas E-Geländewagen im Video
Tesla

Sieht sicher aus – ist er aber nicht

Optisch sehe der Cybertruck sicher aus, doch die Insassen seien dies laut Teller nicht. Die USA und Europa unterscheiden sich generell stark bei der Typuszulassung von Fahrzeugen. Während in den USA Autohersteller ihre Fahrzeuge selber "straßentauglich" bescheinigen können, ist diese sogenannte "Self Certification" in Europa nicht möglich. Hierzulande müssen Hersteller eine Reihe von Gutachten verschiedener Behörden und Institutionen, wie der TÜV, durchlaufen.

Besonders hinsichtlich der passiven Sicherheit von Insassen sieht Teller einige Mängel. Dies hänge vor allem damit zusammen, dass der Cybertruck als "Light Duty"-Truck zugelassen ist, und somit in den USA weniger Vorschriften bezüglich der passiven Sicherheit unterliegt.

Kein Schutz bei Aufprall

In Europa hingegen gibt es genaue Regelungen, die die Sicherheit von Fußgängern und Insassen gewährleisten sollen. Beispielsweise dürfte die Fahrzeugfront nicht beliebig steif sein, und müsse bei einem Aufprall so viel Energie wie möglich aufnehmen können, so Teller. Dies gelinge nur, wenn sich Stoßfänger und Motorhaube auch verformen können.

Beim neuen Geländefahrzeug Teslas sieht Teller genau in diesem Punkt ein Problem. Beim Cybertruck käme nämlich ein sogenanntes hochsteifes Blech zum Gebrauch, eben diese Verformung und Energieabsorbierung verhindert. "Da verformt sich bei einem, Aufprall nichts mehr, stattdessen wirken enorme Kräfte auf die Insassen", so Teller. Selbst Airbags würden laut dem TÜV-Experten nicht mehr helfen.

Der neue E-Pick-up Teslas ist in den Augen Tellers aktuell nicht für den europäischen Markt geeignet. Um eine Chance auf eine Zulassung in Europa zu bekommen, müsse viel an der Bauweise des Geländewagens verändert werden. (hsu, 14.12.2019)