Das Konzernmotto "One step ahead" trifft derzeit nicht wirklich auf die Gewinnentwicklungen bei der Voestalpine zu.

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Linz –Zurzeit läuft es für Voestalpine alles andere als rund. Erst in der Vorwoche hat der Stahlkonzern eine Kartellstrafe von 65,5 Millionen Euro wegen illegaler Preisabsprachen bei Grobblechen in Deutschland ausgefasst. Am Montag wurde erneut eine Gewinnwarnung abgesetzt.

Das Ergebnis im Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende März) werde mit Einmaleffekten von rund 360 Millionen Euro belastet, teilte der Konzern mit. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll gegenüber dem Vorjahr von 779,4 Millionen Euro auf "gerade noch positiv" zusammenschrumpfen.

Zeitgleich wurde auch die Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) nach unten geschraubt, von zuletzt 1,3 auf 1,2 Milliarden Euro. Diese "Guidance" war erst Anfang November bei der Präsentation der Halbjahreszahlen für 2019/20 von 1,6 auf 1,3 Milliarden Euro deutlich verringert worden. Bis dahin war man von einem "stabilen Ergebnis" im laufenden Geschäftsjahr ausgegangen. Auch die Dividende für 2019/20 soll nun entsprechend gekappt werden.

Dritte Gewinnwarnung im abgelaufenen Geschäftsjahr

Schon im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Voestalpine mit zwei Gewinnwarnungen aufhorchen lassen. Das Ebit war 2018/19 um 34 Prozent auf knapp 780 Millionen Euro eingebrochen, das Ebitda um knapp 20 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro.

Den Konzern belasten vor allem die deutlich gebremste Autokonjunktur, massive Anlaufschwierigkeiten infolge von Managementfehlern im neuen US-Autowerk in Cartersville, höhere Rohstoffkosten, das international generell schwächere wirtschaftliche Umfeld sowie die US-Strafzollpolitik. Bei Letzterer sind die "indirekten Effekte" deutlich schwerwiegender als anfangs erwartet.

Die aktuelle "Belastung" durch Einmaleffekte umfasse im Wesentlichen "Sonderabschreibungen aufgrund von Wertminderungen von Vermögensgegenständen" (Impairment). Zudem seien – in geringerem Umfang – auch "Vorsorgen für Risiken mit negativen finanziellen Auswirkungen" gebildet worden.

An der Börse in Wien stand Voestalpine am Montag unter Abgabedruck. Das Papier verlor zeitweise 0,7 Prozent. (APA, red, 16.12.2019)