Das Fachblatt "Nature" hat seine traditionelle Top-Ten-Liste der für die Wissenschaft im vergangenen Jahr wichtigsten Menschen veröffentlicht. Die diesjährige Auswahl reiche von der ersten Demonstration eines Quantencomputers, der einen konventionellen Rechner übertrifft, bis zur Bekämpfung von Ebola, heißt es in der Einleitung der Publikation.

Die 16-jährige Schwedin Thunberg zählt für "Nature" zu den "10 people who mattered in science in 2019".
Foto: AP/Antonio Calanni

Zu den "10 people who mattered in science in 2019" zählt für das Fachjournal aber auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg: Sie habe weltweit die Schlagzeilen im Kampf gegen die Klimakatastrophe bestimmt. Ihr Engagement habe viele Menschen inspiriert und werde auch großen Einfluss auf die nächste Generation von Forschern haben, so die Begründung von "Nature".

Thunberg wurde als Repräsentantin der internationalen Klimaschutzbewegung in diesem Jahr bereits mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Das Magazin "Time" wählte sie zur "Person of the Year", zahlreiche weitere Medien entschieden in ihren Jahresrückblicken ähnlich.

Zu den "Nature's 10" des Jahres 2019 gehört neben der 16-jährigen Schwedin auch der brasilianische Physiker Ricardo Galvao. Der Direktor des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (INPE) hatte Daten zur Abholzung des brasilianischen Regenwaldes veröffentlicht – und damit den Zorn von Präsident Jair Bolsonaro auf sich gezogen, was zu Galvaos Entlassung führte. Auf eine Umweltkatastrophe machte auch die argentinische Ökologin Sandra Díaz aufmerksam, als sie Anfang Mai 2019 gemeinsam mit Kollegen den ersten globalen Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES veröffentlichte: Diesem Dokument zufolge sind eine Million Arten vom Aussterben bedroht – eine Prognose, die weltweit für Entsetzen sorgte.

Weitere Wissenschafter, die von "Nature" hervorgehoben werden, sind die amerikanisch-kanadische Astrophysikerin Victoria Kaspi, die mit einem einzigartigen Teleskop mysteriöse Strahlenblitze erforscht, der Neurowissenschafter Nenad Sestan, der mit der zellulären "Wiederbelebung" von Schweinehirnen Stunden nach dem Tod die Grenze zwischen Leben und Tod verwischte und der Mikrobiologe Jean-Jacques Muyembe Tamfum, der bereits seit 1995 in der Demokratischen Republik Kongo gegen Ebola kämpft.

Ebenfalls auf der Liste stehen der chinesische Stammzellbiologe Hongkui Deng für seine Forschung mit der Genschere CRISPR-Cas9 zur Bekämpfung von HI-Viren, der äthiopische Paläoanthropologe Yohannes Haile-Selassie, der mit der Beschreibung des 3,8 Millionen Jahre alten Schädels eines Australopithecus anamensis einem unserer Urahnen ein Gesicht gab, sowie der US-amerikanische Physiker John Martinis, der Quantencomputer entwickelt.

Und schließlich wird die Ethikerin Wendy Rogers genannt, deren Forschung enthüllte, dass Organtransplantationen in China offenbar ohne die Zustimmung der Spender stattgefunden haben. (red, APA, 17.12.2019)