Seit Tagen gehen Zehntausende gegen das Gesetz auf die Straße, die Wut wächst.

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Neu-Delhi – Bei Massenprotesten in Indien sind Tausende Menschen zeitweise festgenommen worden. Zunächst war von Hunderten Festnahmen berichtet worden. Sie hatten demonstriert, obwohl die Regierung inzwischen größere Versammlungen in mehreren Städten verboten hat.

Teils hat die Polizei laut Medien Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt.
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Die Menschen protestieren gegen ein neues Gesetz, das illegal eingereisten Migranten aus den drei mehrheitlich muslimischen Nachbarländern die Einbürgerung erleichtert, wenn sie keine Muslime sind. Seit Tagen sind Zehntausende Menschen gegen das Gesetz auf die Straße gegangen, die Wut wächst. Viele Muslime, Studenten und Oppositionsparteien kritisieren, dass mit dem Gesetz erstmals Staatsbürgerschaft und Religion verknüpft würden, was gegen die indische Verfassung verstoße. Auch diskriminiere das Gesetz Muslime. Premierminister Narendra Modi argumentiert hingegen, dass das Gesetz religiös verfolgten Menschen helfe.

Zwei Tote nach Zusammenstößen

Im Süden des Landes kam es Medienberichten zufolge zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, die mit Steinen warfen: Dabei kamen zwei Menschen ums Leben. Im Rest des Landes blieben die meisten Demonstrationen am Donnerstag friedlich, berichteten lokale Medien. Teils habe die Polizei aber erneut Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt. Der Historiker und Regierungskritiker Ramchandra Guha etwa demonstrierte am Donnerstag trotz Versammlungsverbot und wurde vor laufender Fernsehkamera von der Polizei weggeschleppt. "Ich protestiere gewaltfrei, warum werden wir aufgehalten?", sagte er dem Sender NDTV noch.

Im Süden Indiens warfen Demonstranten mit Steinen.
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Am Donnerstag wurden in der Hauptstadt mindestens 18 Metrostationen geschlossen, in deren Nähe Demonstrationen hätten stattfinden sollen. Dies und Polizeibarrikaden führten außerdem zu einem Verkehrschaos. Einer der größten Telefonanbieter des Landes stellte nach eigenen Angaben auf Anweisung der Regierung in Teilen Neu-Delhis seine Handy-Dienste ein. (red, Reuters, APA, 19.12.2019)