Beim Start sah alles noch gut aus.
Foto: REUTERS/Steve Nesius

Cape Canaveral/Chicago – Beim Testflug eines Raumschiff des von Boeing entwickelten Typs Starliner gab es Probleme. Freitagfrüh hob eine Atlas-V-Rakete vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab, um die unbemannte Starliner-Kapsel in eine stabile Umlaufbahn zu bringen. Von dieser aus hätte der Starliner dann erstmals zur Internationalen Weltraumstation weiterfliegen sollen.

Das ist jedoch gescheitert: Zwar sei der Orbit erreicht worden, doch habe der Starliner anschließend nicht den richtigen Kurs eingeschlagen und werde die ISS deshalb nicht erreichen können, wie Boeing und die NASA mitteilten. Die US-Weltraumbehörde NASA bereitet nun eine verfrühte Rückkehr am Wochenende vor, die Kapsel soll im US-Bundesstaat New Mexico landen.

Am Samstag hätte das Raumschiff eigentlich an der ISS andocken sollen, seine Rückkehr war für den 28. Dezember eingeplant. Künftig will Boeing mit dem Starliner im Auftrag der US-Weltraumbehörde NASA amerikanische Astronauten zur ISS bringen, der jetzige Flug zur ISS wäre dafür ein entscheidender Testlauf gewesen. NASA-Chef Jim Bridenstine konnte zunächst nicht sagen, wie sich der missglückte Test auf den künftigen Zeitplan für den Starliner auswirken wird.

SpaceX hat die Nase vorn

Weil die USA nach der Einstellung ihres Space-Shuttle-Programms peinlicherweise auf russische Transporthilfe ins All angewiesen waren, erhielten Boeing wie auch sein Konkurrent SpaceX Milliardenbeträge, um bemannte Raumfähren "Made in the USA" zu entwickeln.

SpaceX absolvierte bereits im März mit seiner für bemannte Missionen vorgesehenen Raumfähre CrewDragon einen erfolgreichen Testflug zur ISS. An Bord war wie jetzt beim Starliner nur ein Dummy, also eine mit Sensoren versehene Puppe, mit der die Flugbedingungen für echte Menschen getestet werden. (red, 20. 12. 2019)

Der Starliner im Schwebezustand.
Illustration: APA/AFP/NASA/BOEING