"Die Anschuldigungen gegen Präsident Trump sind frei erfunden", sagte Wladimir Putin bei seiner großen internationalen Jahrespressekonferenz. Er muss es wissen, denn ein großer Teil der Anschuldigungen gegen Donald Trump betrifft dessen, gelinde gesagt, hinterfragungswürdiges Verhältnis zu Russland und Putin.

Russlands Präsident Wladimir Putin bei seiner großen internationalen Jahrespressekonferenz.
Foto: AP/Mikhail Klimentyev

Zur Erinnerung: Russische Hacker haben im Wahlkampf 2016 den Account von Hillary Clinton und anderen wichtigen Demokraten geknackt und das Ergebnis über Wikileaks an die Öffentlichkeit gespielt. Die amerikanischen Geheimdienste gehen davon aus, dass Russland aktiv – und erfolgreich – in den US-Wahlkampf eingegriffen hat (wie übrigens auch in die Kampagne zur Brexit-Abstimmung). Putin lieferte dazu auf seiner Pressekonferenz ein besonderes Gustostück an Schadenfreude: Er habe den Wahlsieg lange vorhergesehen. "Niemand hat geglaubt, er werde gewinnen – außer uns." Das nennt man geniale Voraussicht. Und dass Trump die Ukraine zu erpressen versuchte, gegen seinen Rivalen Joe Biden eine Untersuchung wegen der Geschäfte seines Sohnes zu starten, weswegen Trump jetzt ein Impeachment am Hals hat – ist auch "frei erfunden".

So wie es jetzt aussieht, kann Putin jetzt darauf vertrauen, dass sein vorausschauendes Investment in Trump weiter aufgeht.

Das Impeachment wird abgeschmettert und Trump wohl wiedergewählt. (Hans Rauscher, 20.12.2019)