Polizeifahrzeug auf dem Parkplatz der mexikanischen Botschaft.

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Statt Neuwahlen auszurufen, verkeidet sich Interimspräsidnentin Jeanine Áñez als Weihnachtsfrau.

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La Paz – Zwischen Mexiko und Bolivien nehmen die Spannungen nach der Gewährung von Asyl für den ehemaligen bolivianischen Präsidenten Evo Morales zu. Mexikos Außenministerium warf der neuen Regierung in Bolivien vor, das Botschaftspersonal in La Paz zu drangsalieren. Der mexikanische Botschafter könne sich nicht frei bewegen, die Besucher der Botschaft würden observiert, Diplomatenfahrzeuge verfolgt.

Insgesamt hätten die Bolivianer für die "Übertriebenen" Überwachungsmaßnahmen 150 Sicherheitsbeamte eingesetzt, so das Außenministerium.

Vorwürfe gegen Mexiko

Bolivien wird von Interimspräsidentin Jeanine Añez regiert, nachdem der Linkspolitiker Morales seine Heimat nach Vorwürfen verlassen hat, seine Wiederwahl manipuliert zu haben. Die neue, rechts angesiedelte Übergangsregierung in La Paz wirft Mexiko vor, Anhänger von Morales in der Botschaft zu beherbergen.

López Obrador fordert Neuwahl

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador erklärte am Mittwoch, er sei gespannt, wann in Bolivien Neuwahlen abgehalten werden und ob alle politischen Kräfte an diesen teilnehmen könnten.

In aktuellen Meinungsumfragen liegt Morales Bewegung zum Sozialismus (MAS) mit 23 Prozent vor der bisher größten Oppositionspartei Bürgergemeinschaft seines Herausforderers Carlos Mesa mit 21 Prozent. (red, APA, Reuters, 25.12.2019)