Boeing-Mitarbeiter dürften Sicherheitsbedenken zum Unglücksflieger 737-Max bereits vor Jahren schriftlich kommuniziert haben.

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Washington – Der Flugzeugbauer Boeing hat der US-Flugaufsicht belastende Dokumente übergeben, die bei internen Ermittlungen aufgetaucht waren. Am selben Tag trat Boeing-Chef Dennis Muilenburg zurück.

Insider sprechen von "beunruhigenden Kommunikationen", wie US-Medien berichten. Die Unterlagen würden demnach weitere Mitteilungen jenes Test-Piloten enthalten, dessen alte Textnachrichten im Oktober für Aufsehen gesorgt hatten. Der bei der Produktion des Unglücksfliegers 737 Max beteiligte Pilot dürfte seine Sicherheitsbedenken gegenüber dem Konzern klar kommuniziert haben.

Das Debakel um die 737 Max beschäftigt in den USA längst Spitzenpolitiker und Justizbehörden. Denn als eine entscheidende Ursache der Abstürze gilt Boeings fehlerhafte Steuerungssoftware MCAS. Sie ließ die 737-Max-Jets laut Ermittlungsberichten quasi per Autopilot abstürzen.

Boeing hatte bereits nach dem Unglück in Indonesien versprochen, die MCAS-Probleme per Software-Update zu beheben. Wenig später kam es zum Absturz in Äthiopien. Das Update, das als Voraussetzung für eine Wiederzulassung der 737 Max gilt, hatte bis zuletzt noch immer keine Zulassung der FAA. Die 737-Produktion musste gestoppt werden. Die Maschine unterliegt weltweit Flugverboten.

Kritik an Boeing-Führung

Die Krise kostete Boeings Vorstandschef Dennis Muilenburg vergangene Woche den Job. Der 55-jährige Topmanager stand wegen seines Krisenmanagements nach den beiden verheerenden Abstürzen heftig in der Kritik, hatte einen Rücktritt bisher jedoch abgelehnt. Zuletzt wurde der Druck immer größer – die US-Luftfahrtaufsicht FAA wies Muilenburg sogar öffentlich zurecht.

Zu Muilenburgs Nachfolger ernannte Boeing den bisherigen Verwaltungsratschef David Calhoun, er soll den Vorstandsvorsitz ab 13. Jänner übernehmen. (red, Reuters, 26.12.2019)