Die Wissenschafterin wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt und sitzt im Teheraner Evin-Gefängnis.

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Teheran – Der Iran hat eine vorzeitige Haftentlassung der australischen Wissenschafterin Kylie Moore-Gilbert abgelehnt. Die wegen angeblicher Spionage inhaftierte Islamwissenschafterin müsse ihre Strafe absitzen, erklärte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums am Samstag.

Der Iran werde nicht wegen "politischer Spielchen und Propaganda" einknicken. Moore-Gilbert sei wegen Gefährdung der "nationalen Sicherheit des Iran" inhaftiert worden. Ihr Urteil sei im Einklang mit geltendem Recht gefallen. Konkrete Haftgründe sind öffentlich nicht bekannt. In einem unlängst veröffentlichten Brief schrieb Moore-Gilbert sie sei wie viele andere Wissenschafter im Iran und dem Nahen Osten zu unrecht wegen zusammengereimter Vorwürfe verurteilt worden.

Hungerstreik nach erfolgloser Berufung

Im September war die Verhaftung der Wissenschafterin bestätigt worden. Ihrer Familie zufolge wurde sie schon mehrere Monate zuvor festgenommen. Sie sitzt im Teheraner Evin-Gefängnis. Laut Berichten soll sie in einen Hungerstreik getreten sein, nachdem sie erfolglos Berufung gegen die Verurteilung zu zehn Jahren Haft eingelegt hatte.

Die australische Außenministerin Marise Payne äußerte sich "zutiefst besorgt" und forderte, Moore-Gilbert "fair, menschlich und im Einklang mit den internationalen Normen" zu behandeln.

Im Iran befinden sich derzeit eine ganze Reihe westlicher Staatsbürger in Haft. Als prominenteste Gefangene gilt die iranisch-britische Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe, die seit 2016 eine Haftstrafe absitzt. (APA/AFP, 29.12.2019)