In New South Wales versuchen Feuerwehrleute die Buschbrände unter Kontrolle zu bringen.

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Es gilt als eines der größten der Welt: Das Silvester-Feuerwerk in Sydney.

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Melbourne/Sydney – In Australien haben einige Städte aufgrund der anhaltenden Buschbrände die alljährlichen Silvester-Feuerwerke abgesagt, unter ihnen zum Beispiel die Hauptstadt Canberra. Die Millionenmetropole Sydney will aber an der alljährlichen Pyrotechnik-Show am morgigen Dienstag festhalten. Das trifft auf großen Unmut in der Bevölkerung.

Hunderttausende fordern am Montag per Online-Petition, dass das Feuerwerk in Sydney abgesagt wird. Bereits für Montag seien Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius, starke Winde aus wechselnden Richtungen und Gewitter zu erwarten, teilte die Katastrophenschutzbehörde am Sonntag mit. Auch im Staat New South Wales – wo Sydney die Hauptstadt ist – werde für Silvester mit extrem hohen Temperaturen und einer steigenden Brandgefahr gerechnet. Ungeachtet der Wetterprognose bleibt Sydney bei seinem Riesen-Feuerwerk und setzt sich über die Petition mit über 260.000 Unterschriften hinweg.

Geld für Bekämpfung der Brände statt Feuerwerk

Die Finanzmittel sollten stattdessen zur Bekämpfung der Brände eingesetzt werden, fordern die Initiatoren der Petition. Sydneys Stadtverwaltung hatte Berichten zufolge im vergangenen Jahr rund 5,8 Millionen Australische Dollar (3,6 Millionen Euro) für die Feuerwerksshow ausgegeben. Die Pyrotechnik-Show zieht jedes Jahr mehr als eine Million Besucher in den Hafen von Sydney und generiert so Einnahmen von rund 130 Millionen Australischen Dollar.

Premier Morrison stellt bis knapp 4200 Euro als Entschädigung zur Verfügung.
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Die australische Hauptstadt Canberra sowie viele kleinere Städte hätten ihre Feuerwerke wegen der Feuergefahr bereits abgesagt, argumentierte der stellvertretende Premierminister des Bundesstaates New South Wales, John Barilaro. "Das Risiko ist zu hoch. Wir müssen die erschöpften Freiwilligen der Feuerwehr respektieren", schrieb Barilaro, am Montag auf Twitter.

Allerdings gab die Feuerwehr am Montagvormittag (MESZ) grünes Licht. Man habe keine Einwände gegen das traditionelle Neujahrs-Feuerwerk im Hafen. Die geplante Pyrotechnik-Show könne trotz der andauernden Buschfeuer im Bundesstaat New South Wales stattfinden, teilte die Feuerwehr am Montag auf Twitter mit.

Entschädigung für Einkommensverluste für Freiwillige

Unter dem politischen Druck erklärte die Regierung, sie werde die freiwilligen Feuerwehrleute für Einkommensverluste entschädigen, da die diesjährige Buschfeuersaison arbeitsintensiver sei. Premierminister Scott Morrison sagte, dass Zahlungen von bis zu 6.000 AUD (4.186 Euro) für Berechtigte zur Verfügung stehen würden, die mehr als zehn Tage im Einsatz verbracht hätten.

Die Buschfeuer wüten seit September in fünf Staaten Australiens. Bisher wurden mehr als vier Millionen Hektar Land zerstört. Acht Menschen kamen im Zusammenhang mit den Bränden ums Leben.

Musikfestival abgesagt

Rund 30.000 Bewohner und Urlauber waren aufgrund der Brände aufgefordert, spätestens bis Montag früh das Gebiet östlich der Stadt Bairnsdale zu räumen, ein Gebiet halb so groß wie Belgien. Bairnsdale liegt rund 280 Kilometer östlich der Millionenmetropole Melbourne.

Auch ein jährliches Musik-Festival, das in der betroffenen Gegend rund um den Ort Lorne an der Great Ocean Road über den Jahreswechsel stattfinden sollte, wurde Sonntag früh abgesagt. Rund 9.000 Besucher hielten sich bereits auf dem Gelände auf und mussten abreisen. (APA, red, 30.12.2019)