Außenministerin Karen Longaric mit Interimspräsidentin Jeanine Áñez (rechts).

Foto: REUTERS/David Mercado

Polizeibesuch bei der spanischen Botschaft.

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La Paz – Im Streit um ehemalige Regierungsfunktionäre in der mexikanischen Botschaft in La Paz hat Bolivien mehrere Top-Diplomaten aus Mexiko und Spanien ausgewiesen. Die mexikanische Botschafterin María Teresa Mercado, die Geschäftsträgerin der spanischen Botschaft, Cristina Borreguero, und der spanische Konsul Álvaro Fernández müssten das südamerikanische Land innerhalb von 72 Stunden verlassen, sagte die rechte Interimspräsidentin Jeanine Áñez am Montag. Spanien will im Gegenzug drei bolivianische Diplomaten des Landes verweisen.

Nach dem Rücktritt des langjährigen bolivianischen Präsidenten Evo Morales und seiner Flucht ins Exil hatten eine Reihe seiner früheren Minister und Mitarbeiter in der mexikanischen Botschaft in La Paz Schutz gesucht. Unter anderem soll sich dort der frühere Kabinettschef Juan Ramón Quintana aufhalten, gegen den ein Haftbefehl wegen Rebellion und Terrorismus vorliegt.

Mexiko beklagte zuletzt die "Belagerung" der Botschaft, nachdem die bolivianische Regierung starke Polizeikräfte rund um die diplomatische Vertretung zusammengezogen hatte. Am Freitag wollte die spanische Geschäftsträgerin Borreguero der mexikanischen Botschaft einen Besuch abstatten. Die bolivianische Regierung warf den Spaniern daraufhin vor, zu versuchen, die Ex-Funktionäre aus der Botschaft zu schmuggeln. Spanien wies die Vorwürfe zurück. (red, APA, dpa, 30.12.2019)