Erling Haaland soll helfen, die Probleme des BVB zu lösen, freilich nicht im Alleingang.

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Dortmund – Zu Silvester putzte sich Erling Haaland noch einmal richtig heraus. Im dunklen Anzug und mit Fliege feierte die neue Bundesliga-Attraktion im Freundeskreis den Jahreswechsel. Doch am Freitag wird es für den Neuzugang bei Borussia Dortmund ernst, dann wird der feine Zwirn gegen schwarz-gelbe Trainingsklamotten getauscht. Spätestens ab dann heißt es für den norwegischen Shootingstar: Arbeit, Arbeit, Arbeit – wie für den gesamten BVB.

Berg- und Talfahrt

Eine erneute Berg- und Talfahrt wie in der Hinrunde will und kann sich der ambitionierte Vizemeister nicht mehr leisten. "Es ist kaum zu glauben, wie viele Punkte wir dumm verloren haben. Das kostet uns so viel", hatte Trainer Lucien Favre nach dem 1:2 bei der TSG Hoffenheim zum Jahresabschluss erklärt. Ein Spiel, das sinnbildlich für die gesamte, so wechselhafte Hinrunde stand.

Ein Gegenmittel soll dabei die Verpflichtung des international umworbenen Haaland von Red Bull Salzburg sein. Zugleich ist sie ein Signal an die Mitkonkurrenten um die Meisterschaft – und an das eigene Team. Denn alleine wird das 19 Jahre alte Sturmtalent, das mit der 17 die in Dortmund zuletzt von Pierre-Emerick Aubameyang getragene Trikotnummer wählte, die Probleme des BVB ganz bestimmt nicht lösen.

Weigl auf dem Weg nach Lissabon

Das ist auch Aufgabe der BVB-Verantwortlichen – und Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc, Lucien Favre und Co. wird sicherlich nicht langweilig werden. In Julian Weigl wurde neben Haaland eine zweite Personalie bereits gelöst, der 24-Jährige wird für 20 Millionen Euro zu Benfica Lissabon wechseln, wenn er den Medizincheck besteht.

Damit fehlt dem BVB, der schon mit sieben Punkten Rückstand auf Herbstmeister RB Leipzig in die Rückrunde startet, allerdings zukünftig seine defensive Allzweckwaffe. Doch hinter den zuletzt verletzten Axel Witsel und Thomas Delaney dürften Weigl die Einsatzchancen zu gering erschienen sein.

Gerüchte um Alcacer

Noch offen ist dagegen eine weitere Personalie. Seit der Verpflichtung von Haaland halten sich Gerüchte, Edeljoker Paco Alcacer habe umgehend seinen Wechselwunsch hinterlegt. So berichtete es die Marca, angeblich sei Atletico Madrid am spanischen Nationalspieler interessiert.

Laut kicker sei der BVB gewillt, Alcacer bei einem gut dotierten Angebot ziehen zu lassen – würde damit aber wieder riskieren, auf der Mittelstürmerposition zu knapp besetzt zu sein. Diese Lücke im Kader sollte eigentlich mit der Verpflichtung Haalands geschlossen werden.

Fragezeichen hinter Götze und Schmelzer

Und da ist ja auch noch die ungeklärte Zukunft von Rio-Weltmeister Mario Götze. Gespräche über eine Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrags stockten zuletzt. Solltensich beide Parteien nicht einigen, könnte der BVB nur noch in der Wintertransferperiode eine Ablöse kassieren.

Klar ist jedenfalls die Ausgangslage beim ehemaligen Kapitän Marcel Schmelzer. Der Linksverteidiger will den Klub nach Saisonende verlassen, falls er weiterhin nur eine Reservistenrolle spielen sollte. "Wenn sich bis dahin an meiner Situation in Dortmund nichts geändert haben sollte, würde ich gerne ins Ausland wechseln, noch mal etwas Exotisches machen", sagte der 31-Jährige dem kicker. (sid, 2.1.2020)