Gegen Sheffield United durfte Takumi Minamino noch nicht ran. Nun ist er einsatzberechtigt.

Foto: REUTERS/Phil Noble

Die Chancen stehen gut, dass Jürgen Klopp (li) den Ex-Salzburger (re) schon bald aufs Feld schicken wird.

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Liverpool – Aufgrund zahlreicher Verletzungen (u.a. Fabinho, Alex Oxlade-Chamberlain, Xherdan Shaqiri, Joel Matip und Dejan Lovren) dürfte Ex-Salzburg-Spieler Takumi Minamino am Sonntag (17.01 MEZ/live DAZN) sein Debüt im Liverpool-Dress geben. Die stark ersatzgeschwächten "Reds" empfangen im großen Schlager der dritten FA-Cup-Runde ihren Stadtrivalen Everton zum Merseyside Derby.

Nach dem 2:0-Heimsieg am Donnerstagabend über Sheffield United ist Liverpool in der Premier League seit mittlerweile einem Jahr unbesiegt und weiterhin überlegener Tabellenführer. Seit dem 1:2 bei Manchester City am 3. Jänner 2019 haben die "Reds" nicht mehr in der nationalen Meisterschaft verloren. Zudem ist das Team von Trainer Jürgen Klopp seit fünf Liga-Spielen und insgesamt 495 Minuten ohne Gegentor.

Keine Nummer zwischen fünf und acht

Durch die dünne Personaldecke scheint ein Einsatz von Minamino, der vor Weihnachten um offiziell 7,25 Millionen Pfund (8,55 Mio. Euro) von Österreichs Serienmeister geholt wurde, so gut wie fix. Gegen Sheffield war der japanische Teamspieler noch nicht einsatzberechtigt. "Wir haben einige der besten Spieler der Welt, aber wir haben ihn nicht geholt, dass er sich hier damit begnügt, die Nummer fünf, sechs, sieben oder acht zu sein", betonte Klopp bereits am Mittwoch. Gleichzeitig merkte der deutsche Erfolgscoach an, dass Minamino sicher "Zeit brauchen" und auch "bekommen" werde.

In der Kabine befindet sich der Spind des Neuzugangs genau zwischen jenen von Sadio Mane und Naby Keita, also zwei weiteren Profis mit Salzburg-Vergangenheit, die mittlerweile zu den Leistungsträgern beim Club-Weltmeister und Champions-League-Sieger zählen. "Die Burschen waren wirklich unglaublich mit ihm. Sadio und Naby, mit der Salzburg-DNA, waren wirklich nett", verriet Klopp. Aber auch vom Rest des Teams sei Minamino "mit offenen Armen empfangen worden".

Sprachtalent

Dazu schwärmte der 52-Jährige vom Sprachtalent seines neuen Spielers, der vor allem durch seine starken Leistungen für Salzburg in der Champions League gegen Liverpool einen bleibenden Eindruck bei Klopp und Co. hinterlassen hatte. "Kommunikationsmäßig läuft es bestens. Sein Englisch ist absolut okay, aber sein Deutsch ist wirklich gut. Das hilft zwar nicht dem Team, aber mir", meinte Klopp mit einem Augenzwinkern.

Bezüglich der Aufstellung für das Cup-Spiel gegen Everton habe er sich schon "einige Dinge" überlegt, aber "einige Dinge wird mir die medizinische Abteilung sagen". Für Liverpool spricht laut Klopp vor allem der Heimvorteil, denn seit September 1999 hat Everton kein Merseyside Derby im Stadion des Stadtrivalen mehr gewonnen. In dieser Saison setzte es sogar eine 2:5-Niederlage, die Anfang Dezember Coach Marco Silva seinen Job kostete.

Wiedersehen mit Trainerfuchs Ancelotti

Einen Monat später steht Klopp am Sonntag jedoch Trainerfuchs Carlo Ancelotti gegenüber. Der 60-jährige Italiener heuerte nach seiner Entlassung bei SSC Napoli bei Everton an und möchte Liverpool nun zum zweiten Mal in dieser Saison schlagen, nachdem ihm das bereits in der Champions League gelungen ist. 2:0 siegte Napoli Mitte September im Heimspiel, 1:1 endete dann das Rückspiel in Anfield.

"Diese große Rivalität mit Liverpool ist eine große Motivation für uns", betonte Ancelotti. "Ich weiß, wie sehr die 'Evertonians' Liverpool schlagen wollen. Es ist keine Mission impossible, denn im Fußball ist nichts unmöglich." (APA/Reuters, 3.1.2020)