Rund 160 Helfer waren in Luttach im Einsatz.

Foto: ap

Wien – Bei dem Autounfall in Luttach in Südtirol, bei dem ein 27-jähriger alkoholisierter Lenker am Sonntag in eine Gruppe deutscher Urlauber raste, kamen wie berichtet sieben Menschen ums Leben. Die deutsche "Bild"-Zeitung zeigte Bilder der Opfer teilweise verpixelt, teilweise unverpixelt – und ebenso unverpixelt auch den Lenker. Wie bildblog.de berichtet, veröffentlichte "Bild" zudem auch ein falsches Foto eines Unfallopfers. Demnach wurde das Foto einer Frau auf Seite eins und Seite drei der gedruckten Ausgabe und auch auf bild.de gezeigt, die nichts mit dem Unfall zu tun hatte und auch nicht in Südtirol war.

"Bedauerlicher Fehler"

Das bestätigt ein Sprecher der "Bild" auf STANDARD-Anfrage. "Aufgrund eines bedauerlichen Fehlers in der Herstellung ist bei der umfassenden Berichterstattung von 'Bild' zum tragischen Unfall in Südtirol in der gedruckten Zeitung ein falsches Foto für eines der Unfallopfer erschienen", heißt es in der Stellungnahme. Die Zeitung habe sich dafür bei der betroffenen Familie entschuldigt und "das Foto online sowie im E-Paper sofort ausgetauscht".

Verpixelt, unverpixelt

Dass manche Fotos der Opfer verpixelt waren und andere nicht, begründet der Sprecher so: "Insofern uns die Familien darum gebeten haben, wurden die Fotos der Opfer bei der Berichterstattung verpixelt." Das Unkenntlichmachen der Opfer habe aber nicht überall stattgefunden, schreibt bildblog.de. So sei etwa ein Opfer im Blatt verpixelt gewesen, in der E-Paper-Ausgabe aber nicht.

Falsche Fotos: Beispiele aus Österreich

2015 zeigten "Krone" und "Österreich" auf ihrer Titelseite ein Foto einer unbeteiligten Person unverpixelt als jenen Copiloten, der die Germanwings-Maschine laut Behörden zum Absturz brachte, 150 Menschen kamen damals ums Leben. "Österreich" ist damals wegen der Veröffentlichung des falschen Fotos zu einer Entschädigung verurteilt worden, mit der "Krone" kam es zu einer außergerichtlichen Einigung.

Im Sommer 2010 beschäftigte der Mordfall Lucia R. die Wiener Polizei. "Krone" und "Österreich", später "Kurier" und "Heute" illustrierten ihre Stories über den Mord an der 22-Jährigen mit dem Bild einer jungen Frau, das auf der Facebook-Seite einer Lucia R. steht, die abgebildete Frau war aber nicht die ermordete Lucia R. (red, 8.1.2020)