Um die von der EU angestrebten Klimaziele zu erreichen, ist eine Verfünfzehnfachung der Ladestationen notwendig.

Foto: Reuters/Michael Dalder

Die Europäische Union will bis 2050 klimaneutral werden, also weniger oder gleich viel CO2 ausstoßen, wie der Atmosphäre wieder entzogen wird. Neben dem Riesenbrocken Stromerzeugung ist der Verkehr der Sektor mit den zweithöchsten Emissionen.

Die EU will deshalb mehr Elektroautos auf Europas Straßen bringen. Ab 2020 sollen neu zugelassene Pkws im Durchschnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft blasen – ansonsten drohen den Autoherstellern Strafzahlungen. Zwar dürfen diese weiterhin Fahrzeuge mit höheren Emissionswerten verkaufen, müssen diese aber durch einen größeren Anteil an E-Fahrzeugen ausgleichen, um den Grenzwert zu erfüllen.

Für eine Verkehrswende fehlt aber momentan noch ein dichtes Netz an Ladestationen. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht von Transport & Environment (T&E), einer Dachorganisation von Verkehrsverbänden, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben, darunter der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Momentan gibt es etwa 185.000 Ladestationen für Elektroautos in der EU. Das sei zwei aktuell ausreichend – denn für jedes Elektroauto stehen momentan sieben Ladestationen bereit. Um die Klimaziele zu erreichen wären bis 2030 aber rund drei Millionen Ladestationen für etwa 33 bis 44 Millionen Elektrofahrzeuge notwendig.

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NGO fordert "Recht auf Laden"

Um diese Anzahl zu erreichen, sind laut dem Bericht in den nächsten elf Jahren 20 Milliarden Euro an Investitionen notwendig, etwa drei Prozent der jährlichen Ausgaben für Straßeninfrastruktur in der EU. Das Geld dafür könnte etwa aus dem eine Billion schweren "Green Deal" der EU kommen, schlägt T&E vor.

Das Laden zu Hause und am Arbeitsplatz müsste laut der NGO priorisiert werden. Sie schlägt ein EU-weites "Recht auf Laden" vor, das sicherstellen soll, dass niemand länger als drei Monate auf eine Ladestation zu Hause oder in der Arbeit warten muss. Begleitend dazu fordert T&E Investitionen in den Ausbau der Stromnetze. Für öffentliche Ladestationen kommen große Geschäfte, Freizeit- und Sportanlagen mit Parkmöglichkeiten sowie Tankstellen infrage. (red, 9.1.2020)