Zwei MiG-31K-Kampfflugzeuge mit Kinschal-Raketen bei der Siegesparade in Moskau im Mai 2018.

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Abschuss einer Kinschal-Rakete auf einem nicht näher bezeichneten Truppenübungsplatz, veröffentlicht am 1. März 2018.

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Präsident Putin an Bord der Marschall Ustinow.

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Moskau – Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag eine große Militärübung vor der Küste der von Moskau annektierten ukrainischen Halbinsel Krim beaufsichtigt. Dabei überwachte Putin, der auch Oberbefehlshaber ist, Teststarts von Kalibr-Marschflugkörpern und Kinschal-Hyperschallraketen, wie der Kreml mitteilte.

Hyperschallraketen gelten als Prestigeprojekt Putins. Nach Angaben von Experten ist Russland das erste Land, das ballistische Interkontinentalraketen mit Hyperschallwaffen in Betrieb genommen hat.

Der Kreml-Chef war an Bord des Kreuzers Marschall Ustinow, um sich die gemeinsamen Manöver der Nord- und Schwarzmeerflotte anzuschauen. An den Übungen im Schwarzen Meer vor der Krim nahmen mehrere Fregatten, ein U-Boot-Abwehrschiff, ein U-Boot und Kampfflugzeuge teil. Russland hatte die zur Ukraine gehörende Krim 2014 annektiert, kurz darauf begann der Ostukraine-Konflikt. Seitdem wurden über 13.000 Menschen getötet.

Laut Kreml wurden bei der Militärübung einige Kinschal-Raketen im Testgebiet abgefeuert. Putin hatte das Waffensystem im Jahr 2018 zusammen mit einer Reihe weiterer Atomwaffen vorgestellt. Ende Dezember 2019 wurde dann die Hyperschallwaffe Awangard in Betrieb genommen, wie Verteidigungsminister Sergej Schoigu verkündete.

Die Awangard-Interkontinentalraketen haben den Russen zufolge eine Reichweite von 4.000 Kilometern. Die Fluggeschwindigkeit wurde von der Regierung in Moskau mit Mach 20 angegeben, der 20-fachen Schallgeschwindigkeit. Sogar eine Geschwindigkeit von Mach 27 soll möglich sein – das wären mehr als 33.000 Kilometer pro Stunde. (APA, 9.1.2020)