Bei Facebook gab es wieder einmal eine Datenpanne.

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Auf Facebook gibt es neben persönlichen Profilen auch öffentliche Seiten, die von mehreren Accounts bearbeitet werden können, um Beiträge im Namen von Unternehmen, Politikern oder anderen Personen des öffentlichen Interesses zu veröffentlichen. Welcher Account was veröffentlicht, blieb bisher unbekannt.

Laut einem Bericht von "Wired" war es jedoch am Freitag für mehrere Stunden möglich einzusehen, wer hinter einzelnen Postings steckt. Grund dafür sei ein missglücktes Code-Update gewesen, das jene Profile sichtbar machte, die Beiträge veröffentlicht oder bearbeitet hatten. Diese Informationen seien für jeden zugänglich gewesen, der sich den Bearbeitungsverlauf eines beliebigen Postings ansah.

Betreiber von Banksy, Thunberg und Putin sichtbar

Innerhalb weniger Stunden kursierten Screenshots von bislang unbekannten Betreibern prominenter Facebook-Seiten auf Internetforen wie 4chan und Reddit. Diese zeigten die Namen jener Profile, die offizielle Seiten berühmter Persönlichkeiten oder Unternehmen bearbeiteten. Betroffen waren beispielsweise der britische Künstler Banksy, der russische Präsident Wladimir Putin, die US-Politikerin Hillary Clinton, das Hackerkollektiv Anonymous, Klimaaktivistin Greta Thunberg und US-Präsident Donald Trump.

Bedrohung für kritische Facebook-Seiten

In einem Statement meinte Facebook, dass keine Informationen jenseits des Namens der Admins und des Links zum öffentlichen Profil sichtbar gewesen seien. Doch besonders für Facebook-Seiten, die politische und regimekritische Inhalte veröffentlichen, ist jede Information bezüglich der Betreiber höchst sensibel. Besonders für Bewegungen, die eine repressive Regierung oder politische Verfolgung zu fürchten haben, gelte dieser Fehler als höchst alarmierend. Auch österreichische Facebook-Seiten, die sich kritisch gegenüber Parteien äußerten, wie "FPÖ Fails", könnten von einer Enthüllung der Administratoren betroffen sein. (red, 11.1.2020)