Seit 1970 seien mehr als 90 Prozent der Erderwärmung von den Ozeanen geschluckt worden, schreiben die Forscher.

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Die Weltmeere waren einer aktuellen Analyse zufolge im vergangenen Jahr so warm wie nie zuvor seit Beginn der globalen Erfassung. Die Erwärmung der Ozeane durch den Klimawandel beschleunige sich zudem, warnt ein Team von 14 Wissenschaftern aus elf Institutionen verschiedener Länder.

Die vergangenen zehn Jahre hätten die höchsten Temperaturen der Meere seit den 1950er-Jahren gebracht, wobei die jüngsten fünf Jahre die jeweils wärmsten gewesen seien, geht aus der Untersuchung hervor, die im Fachmagazin "Advances in Atmospheric Sciences" veröffentlicht wurde. Die Folgen seien katastrophal: Steigende Meerestemperaturen führten zu Wetterextremen wie Wirbelstürmen und heftigen Niederschlägen. Auch seien sie einer der Hauptgründe dafür, dass es zu verheerenden Waldbränden wie gerade in Australien sowie in Kalifornien und im Amazonas-Gebiet komme. In den Meeren drohe zudem Sauerstoffarmut, thermische Ausdehnung lasse wiederum den Meeresspiegel ansteigen.

Die Meerestemperatur bis in zwei Kilometer Tiefe habe im vergangenen Jahr um etwa 0,075 Grad Celsius über dem Durchschnitt von 1981 bis 2010 gelegen, heißt es in der Studie, die von Cheng Lijing vom Institut für atmosphärische Physik (IAP) an Chinas Akademie der Wissenschaften (CAS) und einer internationalen Forschergruppe verfasst wurde.

"Es wird schlimmer"

Die Forscher nutzten relativ neue Methoden, um die Daten für die Erwärmung bis in 2.000 Meter Meerestiefe zusammenzufassen. "Es ist wichtig zu verstehen, wie schnell sich die Dinge verändern", sagte John Abraham von der University of St. Thomas im US-Bundesstaat Minnesota, Koautor der Studie. "Wer die globale Erwärmung verstehen will, muss die Meereserwärmung messen." So seien seit 1970 mehr als 90 Prozent der Erderwärmung von den Ozeanen geschluckt worden.

"Die globale Erwärmung ist real, und sie wird schlimmer", sagte Abraham. Die Menschheit könne aber etwas tun: "Wir können unsere Energie klüger nutzen, und wir können unsere Energiequellen diversifizieren", sagte der Forscher. "Wir haben die Macht, dieses Problem zu verkleinern." Die Meere werden nach Angaben der Forscher allerdings lange brauchen, um auf Veränderungen zu reagieren.

"Es ist wichtig, festzustellen, dass die Meereserwärmung voranschreitet, selbst wenn die weltweite Lufttemperatur an der Oberfläche bei oder unter zwei Grad stabilisiert werden kann", heißt es in dem Beitrag unter Hinweis auf die angestrebten Ziele des Pariser Klimaabkommens. Die Ozeane reagierten wesentlich langsamer. "Aber das Tempo und das Ausmaß der Meereserwärmung und die damit verbundenen Risiken nehmen mit weniger Treibhausgasemissionen zumindest ab." (red, APA, 14.1.2019)