Der libysche General Khalifa Haftar begrüßte den russischen Außenminister Sergej Lawrow vor dem Treffen in Moskau.

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Moskau – Die libyschen Konfliktparteien haben sich nach Angaben Russlands "im Grundsatz" auf die Aufrechterhaltung der am Sonntag vereinbarten Waffenruhe verständigt. Trotz des Scheiterns der Verhandlungen über ein Abkommen zu den Modalitäten der Feuerpause werde diese fortgesetzt, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag mit.

Der abtrünnige libysche General Khalifa Haftar hatte die von Russland und der Türkei geleiteten Gespräche in Moskau in den frühen Morgenstunden verlassen, ohne das bereits vom Chef der libyschen Einheitsregierung, Fayez al-Sarraj, unterschriebene Abkommen zu unterzeichnen.

Zwei weitere Tage für Beratungen

Haftar benötige zwei weitere Tage, um mit ihm loyalen Stämmen über den Text der Vereinbarung zu beraten, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Am Montagabend hatte Haftar zunächst um Bedenkzeit bis Dienstagmorgen gebeten. Nach russischen Angaben war er dann jedoch vor Ablauf dieser Frist abgereist.

Zuvor hatten die Konfliktparteien unter Vermittlung Russlands und der Türkei sieben Stunden lang über die Modalitäten verhandelt. Direkt getroffen hatten sich Sarraj und Haftar dabei nach Angaben des Parlamentsvorsitzenden in Tripolis, Khaled al-Meshri, jedoch nicht.

"Zeitlich unbegrenzte" Einstellung der Kämpfe

Mit dem Abkommen sollten die seit neun Monaten andauernden Kämpfe vor den Toren von Tripolis eingestellt werden. Die Vereinbarung, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, sieht eine zeitlich "unbegrenzte Einstellung der Kampfhandlungen" vor. Zudem sollten die Konfliktparteien die sichere Verteilung humanitärer Hilfsgüter ermöglichen.

Haftar führt seit April eine Offensive auf Tripolis, wo die Einheitsregierung ihren Sitz hat. Diese ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar wird in dem Konflikt offenbar von Russland unterstützt, was die Regierung in Moskau aber bestreitet. Die Türkei unterstützt die Regierung in Tripolis und hat nach eigenen Angaben mit der Entsendung von Truppen nach Libyen begonnen. (APA, AFP, 14.1.2020)