Das Wort würde "Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamieren und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditieren", heißt es in der Begründung der Jury.

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Knapp eineinhalb Jahre der weltweiten Klimaproteste sind auch im Sprachgebrauch nicht vorübergegangen – im positiven wie auch im negativen Sinn. So hat sich der Ausdruck "Klimahysterie" in Deutschland als Unwort des Jahres gegen 396 andere Wörter durchgesetzt. Das wurde am Dienstag von der sprachkritischen Aktion "Unwort des Jahres" bekanntgegeben, die jährlich einen Gewinner kürt.

Laut Jury werden durch das Wort "Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditiert". Vor allem Klimawandelskeptiker und rechte Politiker greifen immer wieder auf den Ausdruck zurück. In Österreich wird das Wort regelmäßig von FPÖ-Politikern eingesetzt. Nach Angaben der ehrenamtlichen Initiative wurde der Begriff neunmal eingereicht. "Er pathologisiert pauschal das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als eine Art kollektiver Psychose. Vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Klimawandel ist das Wort zudem irreführend und stützt in unverantwortlicher Weise wissenschaftsfeindliche Tendenzen", begründet die Jury ihre Auswahl.

Seit 1991 vergeben

Bis zum 31. Dezember jedes Jahres können Begriffe an die Jury, die sich aus vier Sprachwissenschaftern mehrerer deutscher Universitäten und einem Journalisten zusammensetzt, eingereicht werden. Die ehrenamtliche Initiative "Unwort des Jahres" kürt seit 1991 ebendiese – darunter waren bisher etwa "alternative Fakten" und "Menschenmaterial". Für das Jahr 2019 gab es 671 Einsendungen, darunter befanden sich allerdings nur 397 Ausdrücke, von denen nur knapp 50 den Unwortkriterien der Jury entsprachen.

Zu den häufigsten Einsendungen im Jahr 2019 zählten die Wörter "Verschissmus", "Deals", "Umweltsau" und "Alte weiße Männer". Aber auch andere Wörter rund um die Klimakrise schafften es unter die häufigsten Einreichungen, darunter "Klimaleugner" und "Flugscham".

In Österreich waren "Wort des Jahres" und "Unwort des Jahres" im Dezember gekürt worden, beide Begriffe nahmen auf die Affäre rund um das "Ibiza-Video" Bezug. "Wort des Jahres" wurde bei der alljährlich von der Gesellschaft für Österreichisches Deutsch (GSÖD) in Kooperation mit der APA durchgeführten Wahl "Ibiza", "Unwort des Jahres" war die "b'soffene G'schicht". (red, APA, 14.1.2020)