Die Aufregung im Vatikan ist groß. Es geht wieder einmal um den Zölibat, der seit dem Jahr 1139 Voraussetzung für die Priesterweihe ist. Für diesen tritt nun der ehemalige Papst Benedikt – der seine Rolle als Co-Autor mittlerweile verleugnet – gemeinsam mit dem ultrakonservativen Kardinal Robert Sarah in einem gemeinsam veröffentlichten Buch ein, in dem sie eindringlich davor warnen, den Zölibat aufzugeben. Verstanden wird dies als direkter Angriff auf den amtierenden Papst Franziskus, von dem man annimmt, dass er vorsichtigen Lockerungen in Ausnahmefällen zustimmen wird.

Ihre Meinung zum Zölibat?
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Auch im STANDARD-Forum sorgt das Thema für Diskussionen:

Pro von User "Grisu der kleine Drache"

"Mit größtem Respekt gegenüber aufgewühlten Zölibat-Kritikern, aber man müsste doch die Rahmenbedingungen auch bedenken: Wenn gebildete/erwachsene Männer, also Personen, die die Problematik des Zölibats sehr genau kennen, sich freiwillig (aus freien Stücken) den strengen kirchlichen Regeln unterwerfen – hier sollte man doch die ganz persönliche Entscheidung der Priester akzeptieren. Also, niemand wird gezwungen, diesen Prediger-Beruf anzugehen und dauerhaft auszuüben, also muss sich auch niemand große Sorgen machen ..."

Kontra von User "so ein schöner tag"

"Was Ratzinger hier in guter katholischer Tradition ignoriert, ist die große Bedeutung, die Beziehung/Körperlichkeit/Sexualität für die Psyche haben. Meiner Meinung nach muss es zu psychopathischen Missständen kommen, wenn man einem ganzen Berufsstand – streng genommen – jegliche Form von zwischenmenschlicher Zärtlichkeit verbietet. Ich bin zudem überzeugt, dass die christlichen Kirchen im Lauf der Geschichte mit der Geringschätzung oder gar Verdammung des Körperlichen bei vielen Gläubigen sehr viel Leid verursacht haben."

Wie sehen Sie das?

Passt der Zölibat noch in die heutige Zeit? Welche Ausnahmen wären denkbar? Welche Änderungen dringend nötig? Teilen Sie Ihre Einschätzung im Forum! (aan, 16.1.2020)